Schorndorfer Gitarrentage 2012
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Akustik Gitarre Begleit-CD

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Bossa Nova Basics

WS-STORY BOSSA NOVA 2-10

Von Andreas Schulz

Passend zur Geschichte des Bossa Nova präsentiert die AKUSTIK GITARRE in diesem Workshop einige Beispiele aus dem Buch ‚Bossa Nova Basics‘, erschienen in der Reihe ‚AKUSTIK GITARRE präsentiert‘ im Verlag Acoustic Music Books (ISBN 978-3-86947-200-3). Thema dieses Bandes sind die Geheimnisse der Bossa-Nova-Begleitung für Einsteiger und mittelweit fortgeschrittene Gitarristen, aufbereitet als Buch mit Begleit-CD. Die wesentlichen Aspekte einer authentischen und stiltreuen Bossa-Begleitung – Rhythmik und Wahl der Akkord-Voicings – werden in ‚Bossa Basics‘ behandelt anhand vieler musikalischer Beispiele und Songs im Stil der großen brasilianischen Komponisten und Gitarristen wie Tom Jobim oder João Gilberto.

Erstes Thema dieses Workshops ist das Off-Beat-Pattern. In Abb. 1 findet ihr eine Vorübung, bei der wir das Off-Beat-Pattern mit Anlegen der Finger auf dem Akkord Dm9 spielen. Der Daumen hat bei dieser Übung nichts zu tun. Anfänglich könnt ihr das Anlegen „übertreiben“, also so kräftig ausführen, dass es als perkussiver Klang zu hören ist. Mit zunehmender Sicherheit nehmt ihr die Lautstärke des Anlegens wieder zurück. Der eigentliche Zweck dieser Technik ist nicht der Einsatz als hörbarer perkussiver Klang, sondern die Kontrolle der Tonlänge. In den Noten ist das Anlegen durch die gekreuzten Notenköpfe symbolisiert.

Nun fügen wir in Abb. 2 den Bass dazu. Im Gegensatz zu den kurzen Anschlägen der Oberstimme sind die Basstöne lang gespielt (legato). Spieltechnisch entscheidend sind die Zählzeiten <1> und <3>: Hier müssen wir in der Anschlaghand einen regulären Daumenanschlag spielen und gleichzeitig in der Oberstimme mit den Fingern i-m-a anlegen.

Letzter Impuls dieses Workshops ist das Agogo-Pattern, kombiniert mit vorgezogenen Akkorden und Wechselbass. Die achttaktige Etüde dazu seht ihr in Abb. 3. Klangbestimmend ist der Stringset-Wechsel in der Oberstimme; der letzte Takt bringt einen Genre-typischen rhythmischen Fill.

Abb. 1

Abb. 2

Abb. 3

 
Open-C-Tuning – ‚Daffodils‘

Von Hans Westermeier

Mit dem Stück ,Daffodils' schließen wir die Workshop-Serie zum Thema Open-C-Tuning ab. Nochmal zur Erinnerung und für diejenigen, die zum ersten Mal mit dieser Stimmung zu tun haben:

Open-C-Tuning:    

E-Saite auf C
A-Saite auf  G
D-Saite auf  C
G-Saite bleibt G
H-Saite auf C
E-Saite bleibt E

,Daffodils’ greift auf Klassik- und Folkpicking-Strukturen zurück. Die Fingerzuordnung kann man gleich in den ersten beiden Takten erkennen. Der Daumen (p) spielt die Saiten E, A und D, der Zeigefinger (i) die g-Saite, der Mittelfinger (m) die h- und der Ringfinger die hohe e-Saite. Diese Zuordnung wird gerne auch als klassische (Grund-)Zuordnung bezeichnet und ist bereits in älteren Gitarrenlehrwerken enthalten. Sind zwei oder mehr Töne auf einer Saite in Folge zu spielen – etwa zu Beginn des zweiten Taktes – darf auch ein Wechselschlag (beachtet die Angaben in Klammern!) gespielt werden. Ich persönlich bleibe bei Stücken, die in ihrer Grundstruktur aus Zupfmustern bestehen und nicht zu schnell sind, gerne bei der oben genannten klassischen Zuordnung. Entscheidet selbst!

In Stücken dieser Stilistik spiele ich gerne arpeggierte Anschläge, die durch eine Schlangenlinie gekennzeichnet sind. Wann und wie oft ihr solche Arpeggios ausführt, bleibt euch überlassen. Nehmt die angegebenen Stellen als Orientierung oder Vorschlag. Bei genauer Betrachtung ergeben sich in diesem Stück interessante Bassführungen. Mal zupft der Daumen zwei Basstöne, mal drei und manchmal auch vier Basstöne. Da gilt es zwar aufzupassen, ansonsten wartet dieses Stück jedoch mit keinerlei Schwierigkeiten auf.

Daffodils

Open C-Tuning Daffodils

 
Werner Lämmerhirt:
Fingerpicking Swing

Von Andreas Schulz & Peter Autschbach (aus AG 3/09)

Aus dem aktuell zur Verfügung stehenden Notenmaterial haben wir einige typische Beispiele ausgewählt, die das Fingerpicking und den Swing Werner Lämmerhirts präsentieren. Abb. 1 ist das Intro von ‚Corinna, Corinna‘, ein traditioneller Song zwischen Folk und Blues, den Lämmerhirt seit 1971 spielt. „Für mich war dieser Song ein Schlüsselerlebnis, denn dieser Triolen-Pick war für mich der Anfang vom Beherrschen des Swing-Rhythmus’.“ Wer zur Originalaufnahme mitspielen will, braucht einen Kapo im 3. Bund. Wichtig für den Groove ist der Fingersatz der Anschlaghand, wobei der Daumen die erste und dritte Note jeder Dreiergruppe des 6/8-Taktes zupft.

Das zweite Beispiel (Abb. 2) ist der Beginn des Songs ‚Long Way Back Home‘, zu spielen in Open-D (D-A-D-F#-A-D) mit Kapo im 2. Bund. Diese Gitarrenstimme ist ein schönes Beispiel dafür, was man mit Sexten über einem Pedalton anstellen kann. Auch hier kommt es auf den Swing an, der diesmal aus der Arbeit der Finger über dem durchlaufenden Viertelbass der tiefen leeren D-Saite resultiert. Laut Werner Lämmerhirt ist es eines seiner ersten eigenen Stücke.

Den Abschluss bildet ‚Wintertime Has Come‘ (Abb. 3). Dazu der Komponist: „Ein trauriges Liebeslied, und das muss auch in der Spielweise zum Ausdruck kommen – weich und lyrisch soll es klingen.“ Die ersten Takte sind allerdings recht flottes Sechzehntel-Picking mit einer Mischung aus interessanten engen Akkorden und interessanter Linienführung. Möglich ist dieser Klang durch das Tuning D-G-D-G-G-D, im Original zusätzlich mit Kapo im 2. Bund gespielt. Bei dünner Besaitung kann die zum g heruntergestimmte h-Saite sehr schlabberig und unsauber in der Intonation klingen. Die erste Phrase spielt man am besten mit dem Anschlag-Pattern D-Z-D-M. Die folgenden Takte haben die rhythmische Aufteilung 3+3+2+3+3+2-Sechzehntel, zu spielen ||: D-Z-M-D-Z-M-D-Z :||

(vollständiger Text inkl. Noten und Tabs in Heft 3/09)

Workshop Story: Werner Lämmerhirt, Abb. 1 von Andreas Schulz

 
Eine Unterrichtsstunde mit Pat Kirtley
Pat Kirtley
Pat Kirtley

Aus Heft 3/99

Als wir uns mit Pat unterhielten, kam die Idee auf, einen “klingenden Workshop” für unsere Leser zu gestalten, um die Möglichkeiten der AKUSTIK-GITARRE-CD voll auszuschöpfen. Also zogen wir uns zurück, und Pat erklärte und demonstrierte einige seiner Spieltechniken. Unter Abb. 1 seht ihr, wie er simple Dur-Akkorde durch einen Zusatzton, in diesem Fall die None, klanglich aufpäppelt. In der ausgewählten Tonart A-Dur sind die Akkorde auf den Stufen I, IV und V A-Dur, D-Dur und E-Dur. Daraus werden Aadd9, Dadd9 und Eadd9 – einfach zu greifen und mit einem deutlich farbigeren und tieferen Klang. Wer sich das von Pat Kirtley höchstpersönlich erklären und vorspielen lassen will, ordert jetzt schnellstens die CD zum Heft. Ein kleines Stück, das Pat aus dem Stegreif spielte, ist unter Abb. 2 zu finden. Als nächstes folgte ein Trick, um bluesige Songbegleitung besonders mächtig und groovend spielen zu können. Abb. 3 zeigt ein Kirtley-Pattern, das ich zu einem kurzen 16-taktigen Stück verarbeitet habe. Auf der Basis dieses Riffs entstand Pats Stück “Fully Automatic Boogie” von der CD “Rural Life”. Ein Auszug davon ist Abb. 4. Das Wichtigste an dieser Art zu spielen ist der durchgehende Achtelpuls mit dem Daumen, der das Ganze vorwärts treibt. Auf der nächsten akustischen Blues-Session werdet ihr damit sicher viele neue Freunde gewinnen – vorausgesetzt, es groovt! Abschluss unserer Unterrichtsstunde ist wieder ein Titel der letzten CD “Rural Life”, und zwar die ruhige Ballade “Grandpa‘s Lullaby”. Abb. 5 ist der A-Teil des Themas und sollte mit gelassenem Anschlag und ruhigem Fluss gespielt werden. Wichtig ist die saubere Artikulation der Verzierungsnoten, die in diesem Fall alle mit Hammering gespielt werden. Diesen Workshop zusammen mit Pat Kirtleys Erklärungen und Kommentaren könnt ihr euch auf der CD anhören. Viel Spaß dabei.

Workshop Pat Kirtley - Abb. 1

Workshop Pat Kirtley - Abb. 2

Workshop Pat Kirtley - Abb. 3

Workshop Pat Kirtley - Abb. 4

Workshop Pat Kirtley - Abb. 5

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