Schorndorfer Gitarrentage 2012
AMA
Akustik Gitarre Begleit-CD
Aktuelle Ausgabe: 3/2012


Markus Wöckener, Gitarrenbau

Dietrich, Gitarrenbau

Acoustic Music Books, Notenverlag


TIM BENDZKO

TIM BENDZKO + BAND

02.06. Leipzig, Parkbühne
03.06. Wetzlar, Hessentag
20.06. Köln, Tanzbrunnen
29.06. Osterburg, Made in Germany Festival
30.06. Sigmaringen, Sigmaringen Open Air
09.07. Flensburg, Campushalle
10.07. Lübeck, MUK
12.07. Hamburg, Stadtpark
13.07. Mainz, Zitadelle
14.07. Freiburg, Stimmen-Festival
16.07. München, Tollwood Festival
17.07. Abenberg, Burg Abenberg
19.07. Stuttgart, Freilichtbühne Killesberg
05.08. Trier, Amphitheater
24.08. Bochum, ZFR
25.08. Jena, Kulturarena
26.08. Braunschweig, Volksbank BraWo Bühne

Weitere Präsentationen


AKUSTIK GITARRE auf Facebook


Bereits 3029  angemeldete Benutzer!

Die letzten 6 Neuanmeldungen:

Benutzerbild von: Christian-D18
Benutzerbild von: wulfh
Benutzerbild von: Behorn
Benutzerbild von: Bashiba
Benutzerbild von: in-tune-musik
Benutzerbild von: LARAN

Noch keinen Account?
Hier Anmelden!

 
Textauszüge der Online-Ausgabe
 
Musiker ...
Andreas Schulz, Stefan Woldach
Andreas Schulz, Stefan Woldach

... feiern bekanntlich drei Mal Weihnachten. Traditionell am Heiligen Abend im Dezember, dann im Januar bei der NAMM Show im kalifornischen Anaheim und schließlich im darauf folgenden Frühjahr bei der Frankfurter Musik Messe. Die Vorgaben aus den USA waren überraschend gut, Stimmung und Atmosphäre in Frankfurt bestätige
diesen Trend: 2009 wird ein spannendes Musikjahr mit interessanten Produkten und Neuigkeiten, die wir mit dem ersten Teil unseres Reports von der Frankfurter Musikmesse in dieser Ausgabe vorstellen.

Ebenfalls dort anzutreffen war der finnische Fingerstyler Petteri Sariola, den wir als Titelthema dieser Ausgabe porträtieren. Mit einer atemberaubenden Live-Performance auf der Acoustic Stage gewann der junge Gitarrist mit seiner explosiven Mischung aus Slap-Techniken, Body-Perkussion, groovenden Funk-Licks und viel Humor eine Menge neuer Fans.

Es tut sich auch etwas in der jungen deutschen Gitarrenszene. Mit Claudia Koreck, Mathias Kellner und Graziella Schazad stellen wir Ihnen, liebe Leser, in unserer New Scene gleich drei ambitionierte Talente vor, die derzeit ganz unterschiedliche Erfolge feiern. Ob beim Bundesvision Song Contest, in einer Internet-Novela oder live auf der Bühne: wir sind überzeugt, dass alle drei Nachwuchskünstler ihren Weg gehen werden.

Unsere drei Workshops zu den Stories über Werner Lämmerhirt, den Acoustic Blues Masters und zu Markus Segschneider beleuchten das Thema ‚Fingerstyle‘ aus ganz unterschiedlichen Perspektiven: Roots-Blues
von Blind Boy Fuller, swingendes Power-Picking von Altmeister Lämmerhirt, modernes Hybrid-Picking vom jungen Virtuosen Segschneider. Zusätzlich finden Sie in dieser Ausgabe einen Hit der Nu-Rock-Kapelle
Nickelback samt Playback auf unserer CD, die ständigen Workshop-Kolumnen zwischen Blues und Irish Guitar und Tipps fürs Heimstudio. Den Klassik-Workshop von Johannes Tonio Kreusch möchten wir diesmal
auch allen Steelstring-Zupfern und den Jazzern ans Herz legen: ‚Fim de Tarde‘ von Ulisses Rocha ist inspiriert von der Musik Baden Powells und lädt zum Experimentieren und Improvisieren ein.

Interessantes bieten auch die Testberichte: Neben etablierten Markeninstrumenten von Martin, Taylor, Stanford, Crafter, Ibanez, Walden und Antonio Aparicio haben wir drei Gitarren begutachtet, die von höchst individuellen Gitarrenbauern aus dem deutschsprachigen Raum stammen: eine Parlor-Steelstring des Österreichers Christian Jablonski, eine edle Manouche-Gitarre von Stefan Hahl und die ‚Rusha‘, eine auffällige Steelstring, die in Kooperation von drei kreativen Köpfen entstand.

inen interessanten Einblick in den Arbeitsalltag eines Profigitarristen gewährt uns Mickey Meinert, Gitarrist der letzten Tour von Schiller. Exklusiv für die AKUSTIK GITARRE hat er ein Tour-Tagebuch geführt, das wir in zwei Teilen veröffentlichen: ein persönliches Dokument, verfasst von einer individuellen und charaktervollen Musikerpersönlichkeit.

Viel Spaß mit dieser Ausgabe wünschen Ihnen
Andreas Schulz & Stefan Woldach

 
Werner Lämmerhirt
Saitenzauber zum Jubiläum
Werner Lämmerhirt: Saitenzauber zum Jubiläum
Werner Lämmerhirt: Saitenzauber zum Jubiläum

Von Ralf Bauer

Werner Lämmerhirt Bereits 1999 absolvierte der sympathische Fingerstyler eine Jubiläums-Tour, die der Jubilar selbst, durchaus ironisch, als„Tour der alten Säcke“ bezeichnete. Zehn Jahre später gratulieren auch wir. Aus gutem Grund. Und so mancher wird sich denken: „Kinder, wie die Zeit vergeht“.

Dies dachte auch Werner Lämmerhirt und nahm diese Redewendung zum Titel eines Stücks, das auf der aktuellen CD ,Harte Zeiten' zu finden ist. Stolz kann er nicht nur auf diese gelungene Produktion sein, sondern ebenso auf ein erfülltes und von Engagement geprägtes Musikerleben. Werner Lämmerhirt ist 60 geworden. Und war und ist stets ein harter Arbeiter, der seinen Erfolg nicht dem Zufall überlässt und sich stets weiterentwickelt, ohne sich dem Zeitgeist zu unterwerfen.

Aufgewachsen im Berlin der Nachkriegszeit, zieht es ihn früh in die Freiheit hinaus. Bei regelmäßigen Zeltlagern kommt er mit der Gitarre in Kontakt und begeistert sich für die Lagerfeueratmosphäre, bei der gesungen und Gitarre gespielt wird. Während der Zeit des politischen Umbruchs der Sechzigerjahre lebt man auch musikalisch in einer durchaus spannenden Zeit. Die Folk-Szene ist gerade in Deutschland angekommen, und es entwickelt sich eine Subkultur von revolutionär-politisch engagierten Musikern, die mit Chansons, Folklore und eigenem Wort gehört werden; Musiker wie Hannes Wader, Reinhardt Mey, Franz Josef Degenhardt, Hans Dieter Hüsch und Dieter Süverkrüp, um nur einige zu nennen. Auf Burg Waldeck im Hunsrück treffen sich ab 1966 viele dieser Barden, in den Großstädten schießen die Folk-Clubs mit Live-Musik aus dem Boden. Auch Sammy Vomáčka erinnert sich, wie er Werner Lämmerhirt in den frühen Siebzigerjahren im Steve Club, dem Go In oder dem Folk Club erlebt: „Er war einer der ersten Fingerpicking-Gitarristen, die ich getroffen habe. Er hat schon damals sehr gut gegroovt – und das macht er heute noch.“. Kollege Klaus Weiland fügt hinzu: „Dieser Gitarrengroove! Er ist immer noch der Meister des Powergroove, um den ich ihn stets beneidete und dem ich nacheiferte“.

Ten Thousand Miles

Vor allem englische und amerikanische Blues- und Folk-Musiker prägen die Szene. Speziell für junge Gitarristen liefern Vorbilder wie Bob Dylan, Donovan, Big Bill Broonzy oder John Hurt den Stoff, an dem es zu arbeiten galt – und Werner Lämmerhirt ist mitten drin. Dabei lernt er den engagierten und bereits etablierten Liedermacher Hannes Wader kennen. Beide sind an der neuen Gitarrentechnik interessiert, dem Fingerpicking. Aus der zeitlichen Distanz kann heute guten Gewissens festgehalten werden, dass Lämmerhirt einer der Vorreiter, wenn nicht sogar die treibende Kraft in Deutschland war, der Fingerpicking als Stil voran bringt und salonfähig machte. Der Kontakt zu Wader ist für Lämmerhirt richtungweisend und führt ihn in das professionelle Musikerleben. Als Begleitgitarrist ist er mit Wader auf Tour und im Studio, ehe er nach etwa zwei Jahren aussteigt. Seine Lehrjahre sind damit vorüber; der junge Geselle geht fortan seinen eigenen Weg. Bis heute.

(ab Seite 46 in Heft 3/09)

 
Petteri Sariola: Freestyle Beatbox
Petteri Sariola: Freestyle Beatbox
Petteri Sariola: Freestyle Beatbox

Von Michael Lohr

Petteri Sariola Perkussive Slap- und Spieltechniken erfreuen sich bei vielen jungen Gitarristen wachsender Beliebtheit. Doch eine Ein-Mann-Funk-Band auf einer Gitarre mit eingebautem Schlagzeug? Dazu bedarf es schon der stilistischen Vielseitigkeit und der superben Technik des finnischen Fingerstylers.

Die heutige Fingerstyle-Gitarre ist, wenn man so will, ein Abfallprodukt der amerikanischen Folk-Bewegung Ende der Fünfzigerjahre. Wer einen Fingerpicker fragt, wie er zu Instrument und Stil gekommen ist, erhält in der Regel Erklärungen über Einflüsse irgendwo zwischen Mississippi John Hurt, Bob Dylan und den Beatles. Und wer genau hinschaut, bemerkt fast immer einen Künstler mit klar erkennbarer musikalischer und persönlicher Prägung durch die Pop-Kultur.

Doch da gibt es noch Petteri Sariola. Bei ihm ist alles anders. The Times They Are A-Changing – nie waren Dylans Worte passender. Die Sixties sind lange vorüber, und was damals als cool galt, erscheint für die Jugend der Gegenwart angestaubt und bieder. „Bieder“ dürfte zudem das Letzte sein, was einem zu Sariolas Bühnenpräsenz einfällt. Krachend, abgedreht, voll spontanem Humor und scheinbar planlosen musikalischen Kehrtwendungen pflegt er einen Fingerstyle-Freistil der unvorhersehbaren Art. Ohne Angst vor Disharmonien, ohne Angst, die Zuhörer vor den Kopf zu stoßen, sich zum Narren zu machen mit Herumgehampel auf der Bühne, mit plötzlichen Gesangseinlagen oder Umstimmen der Gitarre mitten ihm Stück – alles ohne dass der Groove dabei verloren ginge. Der junge Finne ist einerseits ein Traum der 68er Generation mit seiner völlig angstfreien Coolness („Wenn man nervös ist und Angst vor Fehlern hat, macht man die meisten Fehler“), mit seiner unbedingten Lust und Freiheit, sich auszudrücken und auszuleben. Andererseits scheint sein auf- und abgedrehtes Gebaren auch wieder alles umzustoßen, was sich die Fingerstyle-Szene an Geschmack und Konventionen angeeignet hat.

Vom Heavy Rock zu Michael Hedges

Man hört es seiner Musik gleich an: Dieser Junge hat wenig am Hut mit Bürgerrechts- und Friedensbewegung, nichts mit Stefan Grossman und Leo Kottke, John Renbourn oder Pierre Bensusan. Die politischen und künstlerischen Errungenschaften dieser Generation sind Geschichte, weil schon umgesetzt und gelebt im gelassenen Alltag eines liberalen skandinavischen Landes, als Petteri Sariola 1984 geboren wird. Dass er zur Gitarre greift, liegt einzig und allein „am Rock der Achtziger- und Neunzigerjahre; die Gitarre war sozusagen das Symbol dieser Rock-Helden, Symbol ihrer Männlichkeit, eine Art Phallussymbol. War die Kraft, die dieses Objekt ausstrahlte, und die Art, wie diese Leute sie benutzten.“ Er meint die Heavy-Metal-Saitenraser jener Jahre: „Ich war nicht unbedingt ein Fan von jemand Bestimmtem, aber die Gitarre hatte mich gepackt.“ Und dennoch gibt es zunächst mal klassischen Gitarrenunterricht. „Ich weiß nicht warum, aber meine Eltern hatten mich dazu angemeldet – obwohl ich E-Gitarre spielen wollte. Also habe ich mir gedacht, dann nehme ich das eben mit; ich habe ein paar Jahre Unterricht genommen und dabei doch eine Menge Spieltechnik gelernt.“

(ab Seite 54 in Heft 3/09)

 
Martin 000 Peter Bursch
Martin 000 Peter Bursch
Martin 000 Peter Bursch

Von Christian Veith

Was uns Normalos als Ehre und Ruhmesbezeugung wohl auf ewig versagt bleibt, wird Peter Bursch schon zum zweiten Mal zuteil: Ein Sondermodell des Gitarren-Giganten C. F. Martin, das seinen Namen trägt. 2004 erhielt der „Gitarrenlehrer der Nation“ seine Dreadnought D-PB (siehe AG 5-04). Nun also eine Triple-O „Peter Bursch“.

Bei diesem Projekt treffen zwei Institutionen zusammen. Einmal ein Mann, der durch seine populären Lehrbücher wie kaum ein anderer den Gitarrennachwuchs und wohl auch den Gitarrenverkauf in diesem Land gefördert hat. Und dann der „Erfinder“ der Westerngitarre schlechthin: Martin aus Nazareth, Pennsylvania, USA – vormals Markneukirchen, Sachsen, Deutschland.

Konstruktion

Als Basis dieser Special Edition dient das Triple-O-Modell, auch Auditorium genannt, in der sogenannten Style-28-Ausführung. Im Martin-Jargon bedeutet dies vor allem die Holzkombination Fichte/Palisander für den Korpus. Einige speziellere Details gehören auch dazu, wurden aber von Peter Bursch für sein Custom-Instrument individuell zusammengestellt.Die Decke besteht aus der hochgepriesenen, lange Zeit nicht mehr in ausreichender Menge und Qualität verfügbaren Adirondack-Fichte. Eines der Hauptkennzeichen dieser Sorte sind vergleichsweise weite Abstände der Jahresringe und ein besonders günstiges Gewicht/Stärkeverhältnis. Die (noch) sehr helle Decke des Testinstruments erhält ein markantes Dekor durch die Kombination der Herringbone-Einfassung und der Abbindung mit einem fast schwarzen Tortoise-Band. Bei entsprechendem Lichteinfall schimmern daraus sporadisch hell-transparente Einschlüsse hervor, die wie kleine Glutnester aussehen. Das Schlagbrett ist aus dem gleichen Stoff, zeigt aber eine auffälligere Farbverteilung. Angelehnt an den Style-28 ist die Rosette; allerdings erhielt der mittlere der drei Ringe wiederum das Fischgrät-Muster. Eine ähnliche Abweichung findet sich auf der äußeren Blende der Bodenfuge, die ebenfalls Herringbone trägt.Hals- und kopfseitig ist die 000-PB recht zurückhaltend. Die Anordnung der Griffbrettpunkte entspricht zwar wieder der 28er-Stilistik, aber die Pearl-Dots haben durchwegs Miniformat. Mit Ausnahme des goldenen Schriftzugs gibt es auf der Palisanderkopfplatte keine Verzierung. Auf ein Peter-Bursch-Comicmännchen, wie noch bei der D-PB, wurde hier also verzichtet; das gibt’s dafür etwas versteckter auf dem Einklebezettel. Der Korpus ist mit einem hochwertigen, glänzenden Finish behandelt, das bestmöglichen Schutz und beste Tonentfaltung gleichermaßen garantiert. Für das beliebte trocken-holzige Greifgefühl wurde der Hals in einem besonders auf Haltbarkeit optimierten Auftrag (catalyzed finish) matt gehalten.Eine ähnliche Zweiteilung finden wir bei den Mechaniken. Die Butterbean-Knöpfe und die vorderen Wellen glänzen im blanken Chrom. Satinierte Zahnräder, Schnecken und Grundkörper lassen dagegen hinten echtes Vintage-Flair aufkommen. Die gesamte Verbalkung der Decke wurde ebenfalls in Adirondack-Fichte ausgeführt. Es handelt sich um ein klassisches Scalloped-X-Bracing in bester Qualität von Ausarbeitung und Sauberkeit.

Handhabung und Klang

Die 000 Peter Bursch fühlt sich recht leicht an, woran der Hals aber keinen Anteil hat. Er ist zwar nicht direkt dick, aber mit seinem eher herzhaften V-Profil auch nicht auf Diät gesetzt. In seinem Inneren verrichtet ein 2-Wege-Stahlstab seinen Dienst. Dieses System bietet nicht nur Spannung in eine Richtung und Entspannung, sondern praktisch eine aktive Vorwärts-Rückwärts-Spannungsregelung. Damit sind alle denkbaren Justierungen und Korrekturen realisierbar. Der Zugang erfolgt über das Schallloch.

(ab Seite 84 in Heft 3/09)

 
Stanford Superstage Jumbo
Stanford Superstage Jumbo
Stanford Superstage Jumbo

Von Jens Hausmann

Der Name Stanford steht für tschechische Qualitätsgitarren, gebaut aus massiven Hölzern in traditionellem Design. Aber neben diesen Steelstrings und Archtops gibt es auch die Modelle der Stage Serie mit gesperrtem Korpus. Neu ist hier seit Anfang des Jahres die Jumbo-Bauform.

Während die Standardmodelle in F-Form als Mini-Jumbos gesehen werden könnten, entspricht auch die ausgewachsene Jumbo-Testgitarre nicht ganz den gewohnten Maßen. In der Zarge ist die SuperStage etwa einen Zentimeter flacher gebaut, auch das Schallloch ist verkleinert. Aber das allein macht sie noch nicht zum Bühnenmodell.

Konstruktion

Der Boden aus Riegelahorn ist laut Vertrieb mit seinen fünf Schichten entsprechend versteift, um die Gitarre trotz ihrer Größe rückkopplungsresistent zu machen. Dieser gesperrte Boden soll also nicht nur die Kosten minimieren. Dass die Gitarre sich dadurch für Jumbo-Verhältnisse in den Bässen ziemlich zurückhält, wird dabei bewusst in Kauf genommen. Interessanterweise wurde der Boden allerdings nicht straffer beleistet, was in diesem Zusammenhang nahe liegend gewesen wäre. Auch die Zargen sind gesperrt, die kreuzbeleistete Decke besteht hingegen aus massiver Sitka-Fichte. Für das Griffbrett und den geschwungenen Steg wurde bei dieser SuperStage Palisander verwendet; die übrigen Bühnenmodelle werden im Katalog mit Ebenholz angegeben. Stegeinlage und Sattel bestehen aus Tusq, was in Bezug auf Tonabnehmer leichter als Knochen zu bearbeiten ist. Die Rückseite des Mahagonihalses ist für angenehme Griffigkeit seidenmatt lackiert, Korpus, Decke und Kopfplatte strahlen in leicht getönter Hochglanzlackierung. Damit wären wir schon bei der optischen Gestaltung, die bei einer Bühnengitarre auch mit im Fokus steht und bei diesem Modell eher zurückhaltend ausfällt. Die symbolträchtige Schalllochrosette ist das auffälligste Merkmal. Korpus, Griffbrett und Kopfplatte besitzen ein einfaches, cremefarbenes Kunststoff-Binding, die Decke ist zusätzlich mit sieben kontrastierenden Streifen eingerahmt. Natürlich fehlt nicht das obligatorische Perlmutt-Logo auf dem Kopfplattenfurnier. In der Ausstattung wird das elegant gestaltete Instrument abgerundet mit verchromten Schallermechaniken und dem Pickup. Die Verarbeitung ist gewohnt sauber, wie man es von Stanford kennt.

(ab Seite 92 in Heft 3/09)

 
Walden CN570CE Cutaway-Nylonstring
Walden CN570CE Cutaway-Nylonstring

Von Jens Hausmann

Seit etwa Mitte 2008 gibt es vom nordchinesischen Hersteller Walden die Concorda-Serie mit hochglanzlackierten Gitarren – die aktuelle Top-Linie der Marke, die sonst seidenmatt lackierte Modelle im unteren bis mittleren Preisbereich anbietet.

Die Concorda Stahl- und Nylonsaitengitarren besitzen allesamt massive Decken. Weiterhin liegt das Hauptaugenmerk bei dieser Reihe auf möglichst viel Ton bei zurückhaltendem Design.

Konstruktion

Die Concorda-Serie besteht aus zwölf Modellen, darunter drei Konzertgitarren mit und ohne Cutaway. Vollmassives gibt es bislang nur bei einem Modell im Stahlsaitenbereich, hier wird sich sicher noch einiges bewegen. Mit Cutaway und Fishman-Tonabnehmer richtet sich die CN570CE klar erkennbar an Gitarristen, die ein Instrument für die Bühne suchen, sie ist aber auch als rein akustische Variante ohne Cutaway erhältlich. In der Produktbeschreibung bezieht sich Walden bei der Fächerbeleistung auf Torres und Hauser, eine schöne Umschreibung der traditionell üblichen Beleistung. Auch in den sonstigen Maßen und Details hält man sich an den Standard. Die feinjährig massive Zederndecke ist eine gute Basis für die Tonkultur, beim Korpus wurde laminiertes Mahagoni verwendet. Auch der Hals besteht aus Mahagoni; Griffbrett, Steg, Kopfplattenfurnier und Halsplättchen wurden aus Palisander gefertigt. Typisch für Walden sind Verzierungen mit Understatement. Die Korpuskanten werden durch Einfassungen aus Kunststoff geschützt. Für Stegeinlage und Sattel wurde ebenfalls Kunststoff verwendet, die Saiten werden mittels vergoldeter Mechaniken in Stimmung gebracht. Die Verarbeitungsqualität darf insbesondere im Hinblick auf die Preisklasse als äußerst sorgfältig eingestuft werden. Insbesondere die Lackierung lässt dabei keine Wünsche offen.

Pickup & Elektronik

Das Fishman Classic-4-System ist eine häufig verbaute und grundsolide Standardoption. Der koaxiale Sonicore-Stegtonabnehmer hat sich in Verbindung mit dem 4-Band-Equalizer in der Zarge bewährt. Der 9-Volt-Block ist direkt hinter der Elektronik zugänglich, einen anstehenden Batteriewechsel signalisiert die Kontroll-LED. Auch wer noch nicht viel Erfahrung mit dem verstärkten Betrieb hat, dürfte sich auf Anhieb wohlfühlen, ohne auf die Bedienungsanleitung zurückgreifen zu müssen. Klanglich kommt man bei dieser Gitarre zu guten Ergebnissen, wenn man bei den Reglern für Höhen und Bässen etwas dämpft und für den Glanz in den oberen Frequenzen einen Schuss Brillanz hinzugibt.

(ab Seite 95 in Heft 3/09)

 
B-Band A6T Preamp & UST/AST-Pickups
B-Band A6T Preamp & UST/AST-Pickups
B-Band A6T Preamp & UST/AST-Pickups

Von Andreas Schulz

B-Band ist einer der Marktführer, wenn es um Tonabnehmer und Vorverstärker für akustische Saiteninstrumente geht. Der finnische Hersteller hat seine Produktpalette überarbeitet.

Das Modell A6T ist der größte Preamp im Katalog und erlaubt die Verwendung zweier Pickups.

Pickups

Die Pickup-Palette von B-Band umfasst ein Modell zum Einbau unter der Stegeinlage (genannt UST = Under Saddle Transducer) und ein weiteres zur Kontaktmontage im Innern der Gitarre auf der Unterseite der Decke oder der Bridge-Plate (genannt AST = Acoustic Soundboard Transducer). Beide Pickups machen mechanisch und konstruktiv einen sehr stabilen Eindruck. Pickup und Leitung zum Vorverstärker sind eine Einheit, die Verbindung wird ohne zu löten mit einem flachen Stecker vorgenommen. Der UST ist ein dünner Streifen, den es für unterschiedlich breite Stegeinlagen in zwei Größen gibt. Die Gesamtlänge beträgt 33 cm, die akustisch aktive Einheit ist 8 cm lang. Da der UST auffallend dünn ist, dürften in der Regel weder eine Nachbearbeitung der Stegeinlage noch eine Beeinträchtigung der akustischen Klangübertragung zu erwarten sein. Der AST ist ein selbstklebendes „Pflaster“ der Größe 14 x 70 mm samt Zuleitung zum Preamp (Länge 24 cm). Er wird im Innern unter die Decke geklebt; B-Band gibt in der guten und ausführlichen Einbauanleitung (nur in Englisch) Tipps zur geeigneten Positionierung für Steelstring-Acoustics und Klassikgitarren.

Preamp

Der A6T-Zargen-Preamp verwaltet die Signale beider Pickups. Neu in der aktuellen Version ist das Stimmgerät, das autochromatisch arbeitet. Beim Stimmen ist der Ausgang stumm geschaltet, der Tuner lässt sich auch ohne eingestecktes Kabel aktivieren. Er reagiert schnell und sauber, angezeigt werden Tonnamen (inkl. chromatischer Töne), Abweichung und In-Tune. Mit dem B-Band-Tuner lässt sich gut arbeiten, auch wenn man offene Stimmungen spielt. Die weitere Ausstattung umfasst einen Drei-Band-EQ, einen Lautstärkeregler und den Mischungsregler für die beiden Tonabnehmer. Hier finden wir eine weitere Neuerung: Beim Mix der beiden Signale ist neuerdings eine Frequenzweiche im Spiel (genannt XOM = Crossover Mix). Basis ist der Sound des Stegtonabnehmers, der immer vertreten ist. In der Mixeinstellung kommt man auf einen 50:50-Mix der Pickups, kombiniert mit einer Frequenzweiche, die das Signal bei 800 Hz auftrennt: oberhalb dominiert der AST, darunter der UST. Eine Pegelanpassung beider Pickups ist manuell mit einem kleinen Drehregler auf der Unterseite des Preamps möglich. Die Ausstattung wird komplettiert durch einen stimmbaren Notchfilter und einen Phasenschalter zur Feedback-Bekämpfung. Die Stromversorgung übernimmt ein 9-Volt-Block, der in einer Aufbewahrungstasche an eine geeignete Stelle im Inneren der Gitarre geklebt und mit Klettband befestigt wird (meist am Halsfuß).

(ab Seite 98 in Heft 3/09)

 
Blind Boy Fuller – ‚You Never Can Tell‘

Von Andreas Schulz

Parallel zur Story ‚Acoustic Blues Masters‘ in dieser Ausgabe schauen wir uns auch diesmal eine Transkription eines klassischen Titels an. ‚You Never Can Tell‘ von Blind Boy Fuller erzählt von einem Lieblingsthema des leidgeschüttelten Blues-Gitarristen und -Shouters: dem ewigen Kampf mit dem Weibe. Nach Meinung Fullers weiß man nämlich nie genau, was im Kopf der Frauen gerade vorgeht – eben noch haben sie dich umarmt und geküsst, im nächsten Moment haben sie einen bereits verlassen ...

Say you can never tell / what's on these women's mind /say you can never tell / what's on these women's mind /she may be huggin' and kissin' you / and quittin' you all the time /

Gitarristisch schauen wir uns die Begleitung des ersten Verses an. Nach dem Intro-Lauf gilt Fingerstyle-Pattern-Playing in C über einem soliden Wechselbass. Vorsicht: einige Figuren sind ganz schön tricky, speziell der chromatische Einstieg in den F-Akkord, bei dem man auch den gewohnten Fingersatz an die Melodienote <g> auf der hohen E-Saite anpassen muss. Damit es nicht langweilig wird, gibt es in den Gesangspausen Solo-Linien als instrumentale Fills (Takte 4 und 8), am Ende ist eine nette Turnaround-Phrase zu hören. Im Original erklingt der Titel in Db, man müsste also einen Kapo im 1. Bund benutzen. Original zu hören ist ‚You Never Can Tell‘ auf diversen Kompilationen und auf der gelegentlich noch erhältlichen CD ‚Truckin’ My Blues Away’ (Yazoo).

(vollständiger Text inkl. Noten und Tabs in Heft 3/09)

Workshop Transkription 3/09: Blind Boy Fuller - You Never Can Tell

 
Werner Lämmerhirt:
Fingerpicking Swing

Von Andreas Schulz & Peter Autschbach

Aus dem aktuell zur Verfügung stehenden Notenmaterial haben wir einige typische Beispiele ausgewählt, die das Fingerpicking und den Swing Werner Lämmerhirts präsentieren. Abb. 1 ist das Intro von ‚Corinna, Corinna‘, ein traditioneller Song zwischen Folk und Blues, den Lämmerhirt seit 1971 spielt. „Für mich war dieser Song ein Schlüsselerlebnis, denn dieser Triolen-Pick war für mich der Anfang vom Beherrschen des Swing-Rhythmus’.“ Wer zur Originalaufnahme mitspielen will, braucht einen Kapo im 3. Bund. Wichtig für den Groove ist der Fingersatz der Anschlaghand, wobei der Daumen die erste und dritte Note jeder Dreiergruppe des 6/8-Taktes zupft.

Das zweite Beispiel (Abb. 2) ist der Beginn des Songs ‚Long Way Back Home‘, zu spielen in Open-D (D-A-D-F#-A-D) mit Kapo im 2. Bund. Diese Gitarrenstimme ist ein schönes Beispiel dafür, was man mit Sexten über einem Pedalton anstellen kann. Auch hier kommt es auf den Swing an, der diesmal aus der Arbeit der Finger über dem durchlaufenden Viertelbass der tiefen leeren D-Saite resultiert. Laut Werner Lämmerhirt ist es eines seiner ersten eigenen Stücke.

Den Abschluss bildet ‚Wintertime Has Come‘ (Abb. 3). Dazu der Komponist: „Ein trauriges Liebeslied, und das muss auch in der Spielweise zum Ausdruck kommen – weich und lyrisch soll es klingen.“ Die ersten Takte sind allerdings recht flottes Sechzehntel-Picking mit einer Mischung aus interessanten engen Akkorden und interessanter Linienführung. Möglich ist dieser Klang durch das Tuning D-G-D-G-G-D, im Original zusätzlich mit Kapo im 2. Bund gespielt. Bei dünner Besaitung kann die zum g heruntergestimmte h-Saite sehr schlabberig und unsauber in der Intonation klingen. Die erste Phrase spielt man am besten mit dem Anschlag-Pattern D-Z-D-M. Die folgenden Takte haben die rhythmische Aufteilung 3+3+2+3+3+2-Sechzehntel, zu spielen ||: D-Z-M-D-Z-M-D-Z :||

(vollständiger Text inkl. Noten und Tabs in Heft 3/09)

Workshop Story: Werner Lämmerhirt, Abb. 1 von Andreas Schulz

 
Komponisten-Forum: Ulisses Rocha

Von Johannes Tonio Kreusch

Das vorliegende Stück ‚Fim de Tarde‘ hat der brasilianische Gitarrist und Komponist Ulisses Rocha als Hommage an den großartigen brasilianischen Musiker Baden Powell geschrieben. Rocha hat sich dabei an Powells harmonischer und melodischer Herangehensweise orientiert, die dem Spieler eine freie improvisatorische Interpretation ermöglichen soll. Der Titel bedeutet „Ende das Nachmittags” und beschreibt den Moment, an welchem die Sonne gerade beginnt unterzugehen.

Rocha beschreibt seine kompositorische Methode so, dass er mit einem offenen E-Moll-Akkord zu experimentieren begann und einfach eine Melodie technisch umspielte, um so in die Klangwelt von Baden Powell einzutauchen. Aus diesem Experimentieren entstanden dann eigene Ideen. Rocha findet, dass er durch die Beschäftigung mit Powells Musik auch in seinem Gitarrenspiel zu einem reicheren Ausdruck gefunden hat. Dies könnt ihr auf der AKUSTIK-GITARRE-CD zu diesem Heft nachhören, auf der Rochas ‚Fim de Tarde‘ selbst interpretiert. Oder ihr besorgt euch seine aktuelle CD ‚Estudos y Outras Idéias‘ (Azul Music), auf der neben diesem Stück auch interessante Etüden zu hören sind.

Beim Üben von ‚Fim de Tarde‘ könnt ihr mit großer Freiheit die Klangfarben-, Tempo- und Dynamikmöglichkeiten eures Instrumentes erkunden und die musikalische Welt von Baden Powell entdecken. Ulisses Rocha ist in Rio de Janeiro geboren und gilt mittlerweile als einer der bedeutendsten Interpreten brasilianischer Musik. Er hat sechs CDs unter eigenem Namen veröffentlicht und außerdem drei Lehrvideos und ein Technikheft für Gitarre herausgegeben. Als Gitarrist ist er auf bedeutenden Festivals in Brasilien und weltweit zu hören und stand mit Musikern wie Egberto Gismonti, Al Di Meola oder Paulo Bellinati auf der Bühne. Seit 1990 unterrichtet Rocha als Professor für Gitarre an der Universidade Estadual in Campinas (Bundesstaat São Paulo).
Weitere Infos: www.ulissesrocha.com

(vollständiger Text inkl. Noten und Tabs in Heft 3/09)

Workshop Klassik 3/09: Komponistenforum Ulisses Rocha von Johannes Tonio Kreusch

 
Easy Rag

Ragtime, jene Pianomusik, die um die vorige Jahrhundertwende die Musikwelt revolutionierte, ging auch an der Gitarre nicht spurlos vorüber. In den frühen Siebzigerjahren gab es unter Gitarristen eine gewaltige Ragtime-Welle. Die Piano-Rags von Scott Joplin und anderen Pianisten wurden für die Gitarre arrangiert – und waren immer dann schwierig zu spielen, wenn man versuchte, die Musik Ton für Ton zu übertragen. Der Amerikaner David Laibman war einer der führenden Ragtime-Virtuosen der Sechziger- und Siebzigerjahre, dessen Arrangements zum größten Teil durch andere Gitarristen bekannt wurden, da Laibman selbst hauptberuflich Mathematikprofessor war und keine ausgedehnten Tourneen unternehmen konnte.

Wem das Arrangieren von Piano-Rags zu kompliziert ist, der schreibt seine eigenen Rags. Dadurch umgeht man die Schwierigkeit, mitten im Stück an eine Stelle zu gelangen, die für die linke Hand unspielbar ist. Wenn wir uns auf die Rhythmik beschränken, sieht es nämlich ganz anders aus. Der Ragtime, diese durch Synkopierungen unglaublich schwungvolle Musik, geht direkt in die Beine und macht gute Laune. Dabei sind die Rhythmen auf der Gitarre gar nicht schwierig zu spielen. Im Gegenteil, sie scheinen geradezu für das Fingerpicking geschaffen. Der Bass zieht sich fast immer in Viertelnoten durch das gesamte Stück, während die Melodie abwechselnd auf und zwischen den Zählzeiten liegt. Es ergeben sich daraus einige wenige Rhythmuspatterns, die sich oft wiederholen.

‚Easy Rag‘ ist so ein typischer Rag, der aus einem Pattern besteht. Es ist erstaunlich, wie viele Gitarristen den gleichen Rag geschrieben haben. Schon Blind Blake hat fast das gleiche Stück komponiert – und in den Siebzigerjahren gab es mindestens 30 weitere Stücke unter jeweils anderen Titeln, die praktisch identisch waren. Nennen wir unser Workshop-Stück also ‚Easy Rag‘ und merken an, dass es genauso gut ein Standard sein könnte. Allerdings habe ich das Stück etwas vereinfacht, um es möglichst leicht spielbar zu machen.

Für die linke Hand ist nicht viel zu tun, denn bis auf den Auftakt und die Takte 8, 9 und 17 müssen wir nur die Akkorde greifen. In den übrigen Takten wiederholt sich ein Picking-Pattern. Es lohnt sich, dieses Pattern zu verinnerlichen, denn man kann es auch gut für viele andere Gelegenheiten und Liedbegleitung gebrauchen.

Der ‚Easy Rag‘ wird mehrmals wiederholt. Wer Lust hat, kann statt der angegebenen Akkorde auch andere Lagen ausprobieren. Für D7 und G gibt es ja zahlreiche Varianten in verschiedenen Lagen. Die rechte Hand wird dann natürlich auch andere Saiten anzupfen. Wichtig ist allerdings, dass ihr das Rhythmus-Pattern beibehaltet.

(vollständiger Text inkl. Noten und Tabs in Heft 3/09)

Workshop Fingerpicking 3/09: Easy Rag von Peter Finger

  • Seite drucken
  • Seite als PDF