Gitarrenfestival Benediktbeuern
DVD Ahmed El-Salamouny
AG Doppel-CD bestellen ...
Aktuelle Ausgabe: 2/2010


<a href="AG_praesentiert.698.0.html" target="_self" >&amp;nbsp;</a>

Wallis Bird

Wallis Bird

13.03. Berlin, Lido
14.03. Dresden, Scheune
16.03. München, 59to1
17.03. Stuttgart, Die Röhre
18.03. Wiesbaden, Schlachthof
19.03. Köln, Gebäude 9
21.03. Hamburg, Übel & Gefährlich
12.04. Münster, Gleis 22
13.04. Karlsruhe, Jubez
14.04. Freiburg, Jazzhaus
15.04. CH-Aarau, Kiff
17.04. CH-Biel, St.Gervais
19.04. Erfurt, Museumskeller
20.04. Leipzig, Moritzbastei
21.04. Würzburg, Posthalle
23.04. AUT-Wien, Flex
26.04. AUT-Graz, PPC
27.04. AUT-Salzburg, Rockhouse
28.04. Erlangen, E-Werk
29.04. Heidelberg, Halle 02
01.05. Duisburg, Hundertmeister
02.05. Bremen, Tower
03.05. Hannover, Musikzentrum

Weitere Präsentationen:

 
Stilkunde der Fingerstyle-Gitarre

WS FINGERSTYLE 2-10
Teil 2 – Alex de Grassi: Arpeggios und perlende Läufe

Von Ulli Bögershausen

Ende der Siebzigerjahre trafen sich in Kalifornien Gitarristen, die wichtige Anstöße für die Weiterentwicklung der Fingerstyle-Gitarre gaben. Ihre wichtigsten Vertreter waren Alex de Grassi und Michael Hedges (von dem in einer späteren Folge noch die Rede sein wird). Der für das Fingerpicking prägende alternierende Bass wurde abgelöst zugunsten fließender Arpeggien. Um aus gewohnten harmonischen Strukturen ausbrechen zu können, wurde die Gitarre häufig offen gestimmt. Typisch dabei ist, dass ein- und dieselbe Note in schneller Abfolge sowohl gegriffen als auch nachfolgend auf einer Leersaite angespielt wird. Das normalerweise sehr schnell gespielte Arpeggio wird kontrastiert durch einen Melodielauf in gleichem Tempo und gleicher rhythmischer Struktur. Um im Melodiespiel des Arpeggios das Tempo zu halten, kommen Hammerings, Pull-Offs und ständige Saitenwechsel zum Einsatz; der Spielfluss wird nie unterbrochen.

Alex de Grassi ist als der wohl bedeutendste Gitarrist dieser Richtung zu nennen. Kein Zweiter verfügte damals über eine so lockere rechte Hand – samt ausgefeiltem  kompositorischen Vermögen. ‚Turning, Turning Back‘ und später ‚The Zipper‘ sind Meilensteine des Genres und für mich bis heute die schönsten Beispiele seines Könnens.

Das Spielstück dieser Folge greift die beschriebenen Elemente auf; schon der triolische Rhythmus signalisiert die Abkehr vom alternierenden Bass. Wir benutzen ein Double-Dropped-D-Tuning (DAGGHD, beide E-Saiten sind einen Ganzton tiefer gestimmt) und aus klanglichen Gründen einen Kapo im 4. Bund. Basis ist ein Pattern, gespielt mit Daumen,  Zeige-, Mittel- und Ringfinger.

Stilkunde - Alex De Grassi von Ulli Bögershausen

 
Peter Frampton –
,Penny For Your Thoughts’

WS-Gast 2-2010

Von Jens Hausmann

Peter Frampton hatte seinen größten Erfolg 1976 mit ‚Frampton Comes Alive’. Auf diesem mehrfach platinveredelten Live-Album findet sich auch das kurze akustische Solostückchen ‚Penny For Your Thoughts’, das 1975 als Studioversion auf ‚Frampton’ veröffentlicht wurde. Abgesehen von einer zusätzlichen Wiederholung des A-Teils gibt es wenig Unterschiede; wir beziehen uns hier auf die bekanntere Live-Version.
Durch die zwei oft parallel geführten Stimmen plus Leersaiten erinnert das Stück an McCartneys ‚Blackbird‘. Hat man erstmal auf Open-G umgestimmt, gibt es wenig spieltechnische Schwierigkeiten. Die häufig wiederholte Triole am Anfang geht mittels Double-Pull-Off leicht von der Hand. Wenn wie im 2. Takt ein G im 12. Bund auf der tiefen G-Saite notiert ist, slidet Frampton in diesen Ton hinein – es ist allerdings mehr Geräusch oder Verzierung als konkrete Note.

Auf den A-Teil mit seinen drei Wiederholungen folgt Teil B. Hier geht es im Wesentlichen um einen Griff, der verschoben wird. Das lässt sich in Takt 2 des B-Teils gut erkennen; für das <f> auf der hohen d-Saite empfiehlt sich der erste Finger, dann kann die h-Saite mit dem kleinen Finger gegriffen werden, und der Ringfinger sorgt für den Basston. Nach dem B-Teil folgt die Wiederholung des A-Teils. Die Herausforderung dieses Fingerstyle-Songs besteht eher in dem locker-lässigen Groove des Originals als in einer virtuosen Akrobatik. Interessant: Im Original gibt es keinen durchgehenden Wechselbass, obwohl sich im A-Teil die leere tiefe D-Saite anbietet und auch im B-Teil leicht eine Lösung härte gefunden werden. Manch moderner Gitarrist muss sich hier schwer zurückhalten – doch halten wir uns an das Vorbild: Manchmal ist weniger eben mehr.

Peter Frampton - Penny For Your Thoughts

 
Compay Segundo –
Solo über ,Chan Chan’

WS-Lead 2-10

Von Andreas Schulz

Da es zum Thema Latin nicht nur Brasilianisches zu vermelden gibt, beschäftigt sich der Workshop Acoustic Lead in dieser Ausgabe mit einer anderen großartigen Spielart aus Lateinamerika, der kubanischen Musik. Die Musik Kubas assoziiert man oft mit der Buena Vista Social Club Aufnahme von Ende der Neunzigerjahre. Ry Cooder hatte eine Gruppe alter, fast vergessener kubanischer Musiker zusammengebracht und ein famoses Album produziert, das den beteiligten Künstlern Weltruhm einbrachte. Auch der Dokumentarfilm dazu von Wim Wenders ist absolut sehenswert.

Ein Hit dieser Scheibe war ‚Chan Chan‘. Der Song stellt Compay Segundos Tres-Spiel in den Vordergrund. Wir versuchen, dies für die Akustikgitarre zu adaptieren – recht authentisch klingt es auf der Twelvestring, denn auch die Tres ist ein doppelchörig besaitetes Instrument.

Unsere Transkription besteht aus zwei Teilen: die Takte 1 bis 8 sind die charakteristischen Einwürfe der Tres im Intro und zwischen den Versen. Ab Takt 9 spielen wir Compays Solo von der Originalaufnahme. Die Positionen auf dem Griffbrett sind so gewählt, dass sie den Klang der Tres möglichst authentisch wiedergeben. Wer über eine Stelle stolpert, die sich unbequem anfühlt, darf gern andere Fingersätze verwenden. ỊQue te diviertas!

Compay Segundo – Solo über ,Chan Chan’

 
Thomas Fellow

Von Thomas Fellow/Bearbeitung: Andreas Schulz

Dieser Gastworkshop gibt einen Einblick in die Welt der perkussiven Effekte auf der Gitarre. Es geht um eine Technik, die es dem Spieler ermöglicht, einen Click auf den Backbeat zu spielen. Mit Click bezeichnet man denjenigen Effekt, der durch das Aufschlagen der Bass-Saiten auf die Bundstäbe entsteht und durch eine schnellkräftige Dreh- oder Aufsetzbewegung der rechten Hand initiiert wird. Dabei entsteht ein Klang ähnlich einer Snare-Drum, weshalb sich diese Technik sehr gut zur Akzentuierung des Backbeat (die Zählzeiten <2> und <4>) eignet.

Multimedial: Ihr könnt euch diesen Workshop in mehreren Video-Clips mit verschiedenen Kamera-Positionen und in  Slow-Motion online auf der Website www-akustik-gitarre.com anschauen. Die Clips stammen aus der DVD zu Thomas Fellows neuem Buch ,FELLOW GUITAR BOOK', erschienen bei Schott Music (Edition 20675).

Musikalisches Beispiel ist der Anfang des Songs ‚Sunny‘, gespielt mit Voicings, die – des Klanges wegen – ohne die hohe e-Saite auskommen. Um einen rhythmisch prägnanteren Groove zu erreichen, sollte man an den mit einem Staccato-Punkt gekennzeichneten Stellen die Akkordtöne durch leichtes Abheben der jeweiligen Finger abdämpfen. Achtet bei den Backbeat-Clicks auf rhythmische Genauigkeit und eine angemessene Lautstärke. Von Intensität und Geschwindigkeit der Handbewegung hängt es ab, wie stark dieser Click wahrnehmbar ist. Allerdings sollte dieser Effekt nie aufdringlich wirken, sondern sich in den Gesamtklang integrieren.

Abb. 1 zeigt eine einfache Variante mit Clicks auf <2> und <4>. Wichtig für den Groove sind die vorgezogenen Akkorde auf die <4+>; das Ganze bekommt etwas Würze durch die Ghost-Notes im Bass.

Abb. 2 ist etwas für Spezialisten. Hier sind wir in der 16tel-Ebene, und es passieren sehr viele Abläufe gleichzeitig. Schaut euch unbedingt das Online-Video an, um diese vier Takte einzustudieren (sowie für weitere Details die Info-Tracks auf der DVD zum Buch). Die Fingersätze der linken Hand sind gegenüber der Video-Sequenz etwas einfacher gewählt, bilden aber die gleichen klingenden Akkorde.

Den kompletten Workshop inkl. Noten und TABs finden Sie in AKUSTIK GITARRE 1-2010.

 
Michael Langer – ,Very Close’

Von Andreas Schulz

Da der Wiener Gitarrist ein eifriger Autor von pädagogischem Material und gitarristischen Spielbüchern ist, haben wir aus seinem umfangreichen Werk einen kleinen Song zum Nachspielen ausgewählt. ‚Very Close‘ ist eine Ballade in mittlerem Tempo (etwa 96 bpm), die man ruhig und gleichmäßig spielen sollte. Um die Melodie in der Oberstimme noch besser herauszuarbeiten, empfiehlt Langer, die dazwischen liegenden Anschläge (meist die leere g- oder D-Saite) leise zu spielen. ‚Very Close‘ ist ein nettes, ruhiges Stück, das sich aus den Akkordgriffen sehr gut entwickeln lässt; echte spieltechnische Herausforderungen gibt es nicht. Fingerpicker, die sonst nur mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger spielen, können hier ihre Zupfhand und den Ringfinger mit einem Vier-Finger-System trainieren.

‚Very Close‘ stammt aus Michael Langers Spielbuch ‚Still‘, erschienen im Doblinger Verlag (Buch + CD, 32 S., Doblinger Verlag Nr. 35913, ISMN M-012-19584-9). Der Untertitel gibt Auskunft über den Inhalt: ,12 leicht spielbare Balladen für Gitarre solo’. Wer also Gefallen an ‚Very Close‘ gefunden hat, sollte sich Langers kleine Balladensammlung näher anschauen – sie enthält weitere gut spielbare, modern klingende Kompositionen für die Fingerstyle-Gitarre, die sich auf Nylon- und Stahlsaiten umsetzen lassen.

Den kompletten Workshop inkl. Noten und TABs finden Sie in AKUSTIK GITARRE 1-2010.

Workshop Special 1-2010: Michael Langer - 'Very Close'

 
Komponisten-Forum:
André Herteux – ‚Unterwegs‘

Von Johannes Tonio Kreusch

Als künstlerischer Leiter des Internationalen Gitarrenfestivals in Hersbruck bekomme ich regelmäßig eine Vielzahl von CDs und Materialien von Gitarristen aus aller Welt zugesandt. Dabei ist es immer wieder spannend, auch Gitarristen der jüngeren Generation zu entdecken, die mit ungewöhnlichen künstlerischen Herangehensweisen auf sich aufmerksam machen. Da ich selbst in meinem künstlerischen Schaffen als musikalischer Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz, zwischen Interpretation, Improvisation und Komposition tätig bin, interessieren mich besonders auch Musiker, die mit ihrer eigenen Musik neue Wege beschreiten. Die aktuelle Ausgabe des Komponisten-Forums ist daher dem Gitarristen und Komponisten André Herteux gewidmet. Mit Ende 20 scheint Herteux bereits seine eigene Stimme gefunden zu haben. Als klassisch ausgebildeter Gitarrist an der Musikhochschule in Würzburg hat er vor zwei Jahren das Album ‚Broaden Your Mind‘ mit 14 Eigenkompositionen vorgelegt. Die Musik bewegt sich dabei zwischen Klassik, Pop, Jazz und Celtic Fingerstyle. Herteux spielt neben einer sechs- und achtsaitigen Konzertgitarre auch auf einer Stahlsaitengitarre. In der AKUSTIK GITARRE wurde diese Produktion gelobt (siehe AG 4-08) und André Herteux entsprechend des Titels seines Albums als „interessanter Querdenker” bezeichnet, der einlädt „über den Tellerrand hinauszuschauen.” In der Tat werden Herteux Stücke die Klassiker wie auch die Fingerstyle-Spieler unter euch ansprechen und damit jedem die Möglichkeit geben, in das jeweils andere Genre hinein zu schnuppern. „Überschreite Grenzen. Entdecke Neues” – mit diesem Credo aus dem Vorwort zu seiner aktuellen CD lädt Herteux, der seine musikalischen Inspirationen von zahlreichen Reisen und einsamen Wanderungen mitgebracht hat, den Hörer und Spieler ein, seine Musik zu entdecken.

Wer mehr über André Herteux erfahren oder mit ihm in Kontakt treten möchte, findet weitere Infos auf www.andre-herteux.de.

(vollständiger Text inkl. Noten und Tabs in Heft 4/09)

Workshop Klassik 4/09: Komponistenforum: André Herteux - 'Unterwegs'

  • Seite drucken
  • Seite als PDF