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Von Franz Holtmann
Die Wiederbelebung der Marke Sigma Guitars hat sich zu einem großen Erfolg entwickelt. Neben den beliebten Steelstring-Modellen sind im umfangreichen Sigma-Programm auch Konzertgitarren gelistet; eines dieser preiswerten Instrumente schauen wir uns einmal näher an.
Konstruktion
Das Konzertmodell CR-6 verfügt über einen Korpus von durchschnittlicher Größe. Palisander (laminiert) als Material für den gewölbt angelegten Boden und die Zargen wurde mit einer massiven Decke aus zweiteilig gefügter Zeder kombiniert. Eine großzügige Rosette ziert das Schallloch; die Zargenränder sind mit unterlegten Palisanderstreifen eingebunden. Der Hals aus Mahagoni trägt ein Griffbrett aus Palisander mit 19 Bünden, die an den Griffbrettkanten eine leichte Schärfe spüren lassen. Kleine Punkte auf der Griffbrettkante markieren die Lagen. Der Kopf mit einer hübschen Palisanderauflage zeigt mit seinem geraden Abschluss oben eine für ein Konzertmodell eine etwas ungewöhnliche Formgebung, er ist mit ordentlich funktionierenden goldfarbenen Mechaniken ausgestattet. Der Sattel, aus Knochen gefertigt, erweist sich als etwas scharfkantig. Das macht sich der rechten Hand in den Grundpositionen bemerkbar und sollte vom Hersteller in Zukunft besser abgeglichen werden, denn die angepeilte Zielgruppe spielt in vornehmlich diesem Bereich. Am Korpus werden die Saiten mit einer schwingenden Mensurlänge von 65 cm von einem Knüpfsteg aus Palisander mit einer Einlage aus Knochen gekontert. Die Gitarre ist technisch in Summe sauber gefertigt und rundum hochglänzend versiegelt.
Den vollständigen Test lesen Sie in der AKUSTIK GITARRE 2-2013. Klangbeispiele mit diesem Instrument gibt es auf der Begleit-CD zu dieser Ausgabe.
Begleit-CD 2-2013 bestellen: http://www.acoustic-music.de/akustik-gitarre-begleit-cds
Von Jens Hausmann
Bei der Marke Walden denkt man vielleicht zuerst an Gitarren mit Klarlack, obwohl regelmäßig limitierte Sondermodelle in auffälligen Lackierungen in die Läden kommen. Das Testmodell kann noch mehr und bietet obendrein alternative Hölzer.
Etwa die Hälfte aller Walden-Modelle kommt mit Zederndecke. Ein hoher Anteil, der wie bei der bekannten CG570CE gern mit Mahagoni kombiniert wird. Der CG560CEGB wurde zum attraktiven Preis eine massive Fichtendecke mit Palisanderkorpus spendiert, hinzu kommt die Bestückung mit einem B-Band-Tonabnehmer.
Konstruktion
Die Lackierung der Fichtendecke in grau-schwarzem Sunburst ließe sich problemlos auf schwarzweißen Fotos darstellen, ein echter Showeffekt, denn das Grau geht ins elegant Silberfarbene über. Von hinten sind der Mahagonihals und der dunkle laminierte Palisanderkorpus mit hochglänzendem Klarlack überzogen. Abgesetzt werden Decke und Boden mit mehrschichtigen schwarzen Korpuseinfassungen, bei der Schallloch-Rosette finden wir eine Holzeinfassung. Der Hals und die Kopfplatte mit Palisanderfurnier kommen ohne Binding aus, die Hals-Korpus-Verbindung ist geschraubt. Hierzu passt auch der Palisander für Griffbrett und Steg. Die dunklen braunen Hölzer bringen optisch die Wärme und stehen in angenehmen Kontrast zu der modernistischen Deckenlackierung. Sattel und kompensierte Stegeinlage sind aus Kunststoff, und das Erscheinungsbild wird durch zierliche Dots, verchromte Mechaniken und ein Logo aus Perlmutt-Imitat abgerundet. Die Verarbeitungsqualität ist der Preisklasse entsprechend sorgfältig ausgeführt, besonders die spiegelglatte Lackierung ist sehr gut gelungen.
PICKUP & ELEKTRONIK
Für die Verstärkung setzt Walden bei der limitierten CG560CE diesmal auf den T35 Zargen-Preamp von B-Band mit integriertem chromatischem Stimmgerät und beleuchtetem Display. Die Regelmöglichkeiten umfassen Lautstärkeregler und einen effizienten 3-Band-EQ; darüber hinaus finden wir einen Schalter für die Phasenumkehrung. Das Batteriefach befindet sich für einen praxisfreundlichen Batteriewechsel in der unteren Zarge, die Ausgangsbuchse fungiert gleichzeitig als Gurtpin im Endklotz. In der Signalübertragung schmeichelt das System mit samtig weichem Grundsound. Was die Ausgeglichenheit über die Saiten oder entlang des Griffbretts angeht, bleiben keine Wünsche offen. Lediglich das Grundrauschen nimmt bei extremen Anhebungen in der Klangreglung hörbar zu – also lieber störende Frequenzen absenken, bevor man andere hervorhebt.
Den vollständigen Test lesen Sie in der AKUSTIK GITARRE 2-2013. Klangbeispiele mit diesem Instrument gibt es auf der Begleit-CD zu dieser Ausgabe.
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Von Andreas Schulz
Den koreanischen Hersteller Peerless Guitars gibt es bereits seit 1970. Man verdiente sich zunächst Anerkennung als Lieferant für hochwertige Instrumente anderer Brands. Inzwischen konzentriert sich die Company auf eigene Archtops. Die Imperial ist das Topmodell im Katalog.
Vor genau zwei Jahren checkten wir die Peerless Monarch und konnten der Jazzbox der Mittelklasse ein hervorragendes Urteil ausstellen, absolut gesehen und ganz besonders in ihrer Preisregion. Diesmal ist das Topmodell der Koreaner am Start, eine „Jazz-Blondine“ in Fichte und Ahorn, wieder mit 17-Zoll-Korpus.
Konstruktion
Die Imperial besitzt einen rund geschnittenen Cutaway. Als Spitzeninstrument der Peerless Archtop-Riege kommt sie mit handgeschnitzter massiver Fichtendecke, gleichfalls handgeschnitztem massivem Ahornboden und massiven Ahornzargen. ‚Hand carved‘ gilt als die nobelste Form der Ausgestaltung der gewölbten Decke und ist sicher die aufwändigste. Und zugleich die, die am meisten Kenntnis vom Gitarrenbauer verlangt. Die Hölzer sind sorgfältig ausgesucht und kommen mit schönem optischem Bild. Zwar sind die Hälften von Decke und Boden nicht bookmatched gefügt, aber alles in allem ergibt sich ein Look in wunderschönem Honig-Blond. Die Fichte kommt mit enger Maserung und intensiver Querverstreifung, das Ahorn des Bodens hat eine leichte Riegelung im Wuchsbild. Die Korpuskanten sind mit elfenbeinfarbenem Kunststoff-Binding eingefasst, ebenso Griffbrett, F-Löcher und Kopfplatte.
Das zweite wesentliche Material dieser Gitarre ist Ebenholz, verbaut für Saitenhalter, Steg, Schlagbrett, Stegauflage und Griffbrett. Schließlich haben auch die vergoldeten Grover-Tuner Ebenholzgriffe bekommen. Der Ahornhals ist dreiteilig, Kopfplatte und Halsfuß sind angesetzt. Die Peerless-Kopfplatte ist opulent: weiträumig geschwungen und mit einem goldfarbenen Metallknopf an der Spitze zitiert sie Design-Elemente der New Yorker Archtop-Schule. Die Vorderseite ist wie die Decke eingefasst und trägt ein schwarzes Layer, in das das Imperial-Logo im Mother-of-pearl-Style eingelegt ist. Erwähnenswert noch der Knochensattel, die dezent längenkompensierte Ebenholz-Stegauflage und das Schlagbrett, das die Elektronik beherbergt.
Das gleichmäßig tiefschwarze Ebenholzgriffbrett trägt 22 medium-Jumbo-Bundstäbchen, die perfekt entgratet, abgerichtet und poliert wurden. Der Hals-Korpus-Übergang liegt am 14. Bund. Lagenmarkierungen findet der Gitarrist nur als Mini-Dots auf der Halsoberkante; das Griffbrett trägt lediglich ein stilisiertes Flower-Inlay im Bereich des 12. Bundes.
In Summe bekommt man mit der Peerless Imperial eine kunstvoll und traditionell gefertigte Archtop, die vollmassive Bauweise mit „hand carved“ Decke und Boden setzt ein zusätzliches Ausrufezeichen. Die Qualität von Materialien und Verarbeitung ist tadellos, der entstehende Look geradezu klassisch.
Pickup & Elektronik
Typisch für eine vollmassive Archtop der Oberklasse ist die Wahl eines Mini-Humbuckers, der frei schwebend montiert ist. Befestigt ist der Magnet-Wicht am Griffbrettende, die Verkabelung befindet sich unter dem Schlagbrett, führt zu Lautstärke- und Tonregler (ebenfalls im Pickguard montiert) und durch den Korpus weiter zur Ausgangsbuchse in der unteren Zarge. Die Montage als Floating-Pickup ohne Kontakt zur Decke wird bei hochwertigen Archtops gewählt, um die Deckenschwingung unbeeinflusst zu lassen.
Den vollständigen Test lesen Sie in der AKUSTIK GITARRE 2-2013. Klangbeispiele mit diesem Instrument gibt es auf der Begleit-CD zu dieser Ausgabe.
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Von Franz Holtmann
Dieter Hopf gehört zu den renommierten deutschen Gitarrenbaumeistern und ist vor allem bekannt für den Bau von hochklassigen Konzertgitarren. Eine Steelstring aus seinem Atelier weckt gleichfalls hohe Erwartungen.
In der kleinen Produktionspalette von Steelstrings im Programm des Gitarren-Ateliers Hopf nimmt die Woodstock eine besondere Position ein. Jenseits der bekannten Dreadnought- und Jumbo-Konstruktionen mit entsprechend vorgeprägten Klangbildern findet man in ihr das eigenständige Design, welches seine zweifelsfrei souveräne Klangpersönlichkeit aus langjähriger handwerklichen Erfahrung und der schöpferischen Phantasie ihres Konstrukteurs generiert.
Konstruktion
Für den gut taillierten Korpus des originären Woodstock-Designs fanden nur beste massive Tonhölzer Verwendung. Der mit guter Wölbung über eine Mittelfuge aus Birnbaumholz spiegelgleich gefügte Boden und die Zargen bestehen aus attraktiv parallel gemasertem ostindischem Palisander, für die Decke fiel die Wahl auf feinjährige deutsche Alpenfichte bester Qualität. Unterbaut ist die Decke von einer traditionellen Kreuzbekalkung und filigranen, bemerkenswert fein bearbeiteten Leisten. Die Korpusränder sind von Bindings aus Holz eingeschlossen, auf jedweden Kunststoff wurde bei diesem Instrument bewusst verzichtet. Attraktive spiralförmige Einlagen aus Holz fassen die Decke ein und umschließen auch das Schallloch, tragen aber keineswegs zu dick auf, sondern sind dem Instrument dezente Zier, welche sich in schönstem Einklang mit dem schlicht gehaltenen, tiefschwarzen Griffbrett aus Ebenholz befindet. Eine Anleihe bei der Konzertgitarre vielleicht, nur hier dankenswerterweise mit gut sichtbaren Side-Dots zur Lagenkennung auf der Griffbrettkante versehen.
Der Hals aus Mahagoni ist in Höhe des 14. Bundes in den Korpus eingebracht, seine Kopfplatte wurde großflächig bis zum zweiten Bund reichend angeschäftet. Eine Volute auf der Halsrückseite unterhalb des Sattels aus glänzend poliertem Knochen verstärkt den Winkelübergang. Der Kopf ist mit einer Auflage aus Palisander verziert, weich laufende gekapselte und vergoldete Mechaniken von Schaller mit Ebenholzgriffen ergänzen die Ausstattung. Bei Bedarf lässt sich dieser Hals auch einstellen, Zugriff auf den eingelegten Halsstab gibt es nach Lösen der kleinen Abdeckung aus Holz vom Kopf her. Am Korpus werden die Saiten über einen Steg mit längenkompensierter Auflage geführt und von Steckerchen mit Abalone-Auge in der Brücke aus Palisander fixiert. Die Mensur der Woodstock umfasst eine schwingende Saitenlänge von 650 mm. In Perfektion versiegelt ist die Gitarre rundum hochglänzend mit dünn aufgetragenem Nitrolack. Wie nicht anders erwartet, zeugt das Instrument von gelungenem Kunsthandwerk und lobt mit detailgenauer Ausführung und Einrichtung seinen Meister.
Den vollständigen Test lesen Sie in der AKUSTIK GITARRE 2-2013. Klangbeispiele mit diesem Instrument gibt es auf der Begleit-CD zu dieser Ausgabe.
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Von Jens Hausmann
Diese Córdoba Flamenco Cutaway-Gitarre aus Fernost ist die edlere Variante der GK Studio. GK steht dabei für Gipsy Kings. Seit kurzem in Deutschland erhältlich, unterscheidet sich das Testmodell vor allem durch den massiven Zypresse-Korpus.
Bühnengitarren mit Nylonsaiten zwischen Tradition und Moderne sind schon lange Spezialität bei Córdoba, da liegt eine Zusammenarbeit mit den Gipsy Kings nahe. Die Luxusversion unterscheidet sich – neben dem hochwertigeren Korpusholz – in erster Linie durch optische Merkmale, aber auch das Griffbrett wurde mit Ebenholz gegenüber dem Palisander der GK Studio aufgewertet.
Konstruktion
Toll sieht sie aus: Beim Testmodell aus chinesischer Fertigung wurden nicht nur schöne Hölzer verbaut, auch die gesamte Gestaltung und Verarbeitung macht einen edlen Eindruck. Sehr gelungen sind die Esteso-Style-Rosette und der Steg mit Perlmutt, die Palisandereinfassungen mit Zierspänen am Korpus, das abgeschrägte Halsplättchen am Cutaway und das geflammte Ahornfurnier auf der Kopfplatte. Das ganze Instrument wirkt aufgrund der verwendeten Materialien sehr stimmig, dazu passt auch der einteilige Golpeador zum Schutz der Decke vor Spielspuren. Die fein ausgearbeitete massive Decke besteht aus europäischer Fichte und sorgt mittels traditioneller 7-strahliger Fächerbeleistung für vollen Klang mit satten Bässen.Das Instrument ist mit dezent abgeflachtem Korpus aus massiver Zypresse insgesamt sehr leicht gebaut. Der schlanke Mahagonihals mit 50 mm Sattelbreite mündet mit spanischem Halsfuß und Übergang am 12. Bund elegant abgeschrägt am Cutaway: Eine klare Erleichterung für das Spielen der höchsten Bünde und ein weiterer Unterschied zur günstigeren GK Studio, bei der die Bespielbarkeit am Halsansatz nicht optimiert wurde. Der Hals hat neben einem nicht gewölbten Ebenholzgriffbrett auch einen vom Schallloch zugänglichen Trussrod – moderne Gitarristen oder die Stahlsaitenfraktion werden das begrüßen. Weiter geht es mit liebevollen Details wie vergoldete Mechaniken und Sattel und Stegeinlage aus Knochen. Die spiegelglatte Hochglanzlackierung, saubere Verarbeitung und gute Werkseinstellung stehen für makellose Fertigung.
PICKUP & ELEKTRONIK
Für den verstärkten Sound sorgt das bewährte Fishman Prefix-Pro-Blend-System mit Stegtonabnehmer und Mikrofon. Für den Wechsel des 9-Volt Blocks lässt sich die Einheit herausklappen. Auf der Innenseite der Zargenelektronik ist auch das Mikrofon untergebracht und lässt sich über den Blend-Regler zumischen. Neben 3-Band-EQ, Phasenschalter und obligatorischem Volumen-Regler ist auch ein regelbarer Notch-Filter gegen Feedback an Bord. Während das Mikrofon leicht hinzugemischt das Klangbild mit holzig-akustischer Atmosphäre abrundet, lässt die Klangreglung vor allem dank der parametrischen Mitten einen präzisen Zugriff auf den Gesamt-Sound zu. Mühelos findet man eine Einstellung, mit der man sich rundum wohlfühlt und die zum verwendeten Verstärker passt. Das verstärkte Klangbild kann optimal auf jeweilige Bühnen- oder Aufnahmesituationen eingestellt werden. Der Tonabnehmer bildet die Gitarre mit ihrem brillanten Grundcharakter und satten Bässen authentisch ab.
Den vollständigen Test lesen Sie in der AKUSTIK GITARRE 1-2013. Klangbeispiele mit diesem Instrument gibt es auf der Begleit-CD zu dieser Ausgabe.
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Von Andreas Boer
Die chinesische Gitarrenmanufaktur Eastman zählt in den USA zu den etablierten Anbietern und wird in einem Atemzug mit den Großen genannt. Vor allem die traditionelle Dreadnought E8 wird in Reviews und Foren auffällig oft gelobt.
Wer als Herkunftsland „China“ gelesen und zuerst daran gedacht hat, dass er hier eine sehr niedrigpreisige Gitarre bekommt, die ganz ordentlich funktioniert, dem entgeht, was die Instrumente aus Peking wirklich ausmacht. Denn bei der chinesischen Firma, die seit 1992 Instrumente fertigt, geht es zwar auch um vergleichsweise attraktive Preise, aber nicht in erster Linie. Um das zu verstehen, reicht es, die E8D aus dem Koffer zu nehmen, kurz zu betrachten und ein paar Akkorde anzuschlagen. Nein, das ist kein Budget-Instrument! Hier geht es ganz klar um seriöses Handwerk – und das zum Preis von 1.188 Euro für eine vollmassive Gitarre mit Vintage-Touch.
Konstruktion
Die Eastman-Macher orientieren sich an den maßgeblichen Gitarrenentwürfen der Dreißiger- und Vierzigerjahre. Dazu ein kleiner Exkurs in die Geschichte: Martin hat bis etwa 1945 die Decken seiner Dreadnoughts mit Leisten unterbaut, die ausgebogt (scalloped) gefertigt waren. In der Mitte waren die Verstrebungen spitzer zulaufend als an den Enden. Dieses Verfahren hat die Leisten leichter gemacht und dafür gesorgt, dass die Decke darüber freier schwingen konnte, weil sie in der Mitte weniger steif gebaut war. Ergebnis: ein lauter Ton mit einem tiefen, lebhaften Bassfundament, was – um völlig korrekt zu sein – natürlich auch etwas damit zu tun hatte, dass der Kreuzungspunkt der Hauptleisten insgesamt näher am Schalloch angeordnet war als es bei heutigen Instrumenten der Fall ist. Auf dieses sogenannte forward-shifted X-bracing hat Eastman jedoch nicht zurückgegriffen, obwohl beides zusammen der Grund dafür ist, weshalb die Vorkriegsmodelle so gesucht sind. Nach dem Krieg hat Martin nach einer Übergangszeit nur noch Dreadnoughts gefertigt, deren Balken nicht ausgebogt waren und die eine um etwa 2,5 cm weiter in Richtung Steg versetze Beleistung hatten. Das hat die Gitarren zwar stabiler gemacht, aber nach Meinung mancher Gitarristen klanglich verschlechtert. Eastman orientiert sich also mit der E8D (D für Dreadnought) nicht genau an den Prewar-Vorgaben, sondern eher an der HD-28 von Martin, die 1976 eingeführt wurde und neben den besagten ausgekehlten Verstrebungen auch die typische zickzack-artige Korpuskanten-Verzierung der Dreißiger- und Vierzigerjahre aufweist – fischgrätenartig angeordnete, schwarz-weiße Zierspan-Einlagen (‚Herringbone‘) rund um die Korpuskanten in Verbindung mit einem dekorativen Zierstreifen in der Fuge der Bodenhälften. Dabei haben die Handwerker bei Eastman gute Arbeit geleistet – wie überhaupt das gesamte Instrument sind auch die Einlagearbeiten äußerst penibel ausgeführt. Besonders gefallen hat uns, wie liebevoll die Oberflächen nachgeschmirgelt und poliert worden sind: Nicht nur Steg und Griffbrett glänzen picobello, sondern auch die Oberflächen im Korpus-Inneren.
Die weiteren, wenig überraschenden Zutaten im Schnelldurchlauf: intensiv gemaserte Sitkafichte der gehobenen Qualitätsstufe für die Decke, Palisander in ähnlicher Qualität für den Boden sowie Mahagoni für den dreiteiligen Hals – wie bei der HD-28 mit einer Volute, um den sensiblen Bereich zwischen Hals und Kopfplatte zu verstärken. Die offenen Mechaniken mit nierenförmigen Butterbean-Flügeln aus Chrom und die schneeflocken-förmigen Abalone-Einlagen im Griffbrett orientieren sich an einer Sonderversion, nämlich der HD-28V. Wer übrigens noch mehr Vintage haben möchte, der bekommt bei der 10er-Serie von Eastman statt einer Decke aus Sitkafichte eine aus Adirondack, dem legendären Tonholz der „Golden Era“ des Gitarrenbaus.
Den vollständigen Test lesen Sie in der AKUSTIK GITARRE 1-2013. Klangbeispiele mit diesem Instrument gibt es auf der Begleit-CD zu dieser Ausgabe.
Begleit-CD 1-2013 bestellen: http://www.acoustic-music.de/akustik-gitarre-begleit-cds
Von David Rebel
In den Sechziger- und Siebzigerjahren fuhr die schwedische Gitarrenmarke Hagstrom für ihre elektrischen Gitarren einigen Ruhm ein. Und doch war die Übermacht aus USA und Fernost zu groß. 1981 wurden die Werkstore bei Hagstrom vorerst geschlossen.
2004 erstrahlte die Marke unter der Leitung von Karl Erik Hagstrom in neuem Glanz, mit preiswerten Neuauflagen alter Hagstrom-Electrics, die den Nerv vieler Rockmusiker trafen. Neu im Programm sind vier akustische Modelle, die sich allerdings nicht auf konkrete historische Vorbilder beziehen. Sie tragen zwar schwedische Namen (Dalarna, Mora, Siljan, unser Testmodell Elfdalia), werden aber in Fernost gefertigt.
Konstruktion
Die für Hagstrom-Gitarren typischen Eigenschaften zeigen sich am markanten Kopfplattendesign, den im Stile alter Hagstrom-Originale gehaltenen Mechaniken, dem speziellen Halsstab sowie der Verwendung von „Resinator Wood“ für Griffbrett und Brücke (ein Material, das laut Hersteller aus verleimten Holzblättern besteht und für klangliche Konsistenz ohne sogenannte Dead-Spots sorgen soll). Die restliche Gestaltung erinnert eher an moderne Akustikgitarren in jenem Stil, mit dem beispielsweise Takamine seinen Siegeszug antrat: Schlichter Auftritt, dezente Holzeinlagen als Schalllochrosette, Ahorneinfassung um Decke, Boden und Griffbrett. Der Hals besteht aus Mahagoni, Boden und Zargen aus dem gleichen Holz (hier aber in gesperrter Ausführung), die Decke aus massiver Zeder. Die intonationsoptimierte Stegeinlage und der Sattel bestehen aus Kunststoff wie auch die cremefarbenen Steg-Pins. Die perfekt ausgeführte Polyesterlackierung lässt die Korpushölzer in Hochglanz erstrahlen, am Hals sorgt das Matt-Finish für angenehme Haptik, ebenso wie die sauber polierten Medium-Bünde. Die gesamte Verarbeitung bietet keinerlei Grund zu Kritik und ist auf hohem Fernost-Standard.
Pickup & Elektronik
Beim Tonabnehmer geht Hagstrom kein Risiko ein: Der T-35-Preamp von B-Band ist angenehm klein, bietet die wichtigsten Möglichkeiten zur Klangkontrolle (Bässe, Mitten, Höhen, Lautstärke), einen Phasenumkehrschalter gegen Rückkopplungen sowie ein gut funktionierendes Stimmgerät. In der unteren Zarge ist ein einfach zu öffnendes Batteriefach eingesetzt, das im Bedarfsfall den schnellen Wechsel des 9V-Blocks ermöglicht.
Den kompletten Test lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 2-2011. Sie können Klangbeispiele dieser Gitarre und aller anderen getesteten Instrumente auf unserer Begleit-CD hören. CD-Bestellung hier ...
AKUSTIK-GITARRE-CD
Die Elfdalia von Hagstrom hat zu einem Folk-Jazz-Titel inspiriert, bei dem sie auf insgesamt drei Gitarrenspuren ihren dafür bestens geeigneten Sound unter Beweis stellen kann. Die wichtigsten Spielweisen Fingerpicking, Strumming und Single-Note-Leads sind vertreten, der Klang der Gitarre passt gut zur leicht verhaltenen Spielweise dieses Tracks.
Von Franz Holtmann
CW GT Cedar A3T – was für ein schöner Name! Moderne Gitarren bemühen sich um Sachlichkeit; Namen wie Dove, Hummingbird oder Avalon muten dagegen romantisch an.
Simon & Patrick gehört zur Familie des kanadischen Gitarrenherstellers Godin. Gebaut werden diese erschwinglichen Gitarren in LaPatrie, Quebec. In der Cutaway GT Series gibt es vier Modelle, jeweils ausgestattet mit Kirschholz-Korpus und massiver Zederndecke. Ein Pickup-System von B-Band macht die Gitarren bühnentauglich.
Konstruktion
Boden und Zargen bestehen aus dreifach laminierter Wildkirsche, ein mäßig hartes, aber festes und attraktives Holz. Die Decke aus gleichmäßig gemaserter Zeder ist spiegelgleich gefügt und mit einer robusten Kreuzbebalkung unterbaut. Decke und Boden sind mit Bindings aus Kunststoff eingefasst, eine hübsche Holzrosette ziert das Schallloch. Der Hals aus Silver Leaf Maple wurde mit einer speziellen Verbindung – eine Verleimungsmethode mit Schraubunterstützung – in Höhe des 14. Bundes in den Korpus eingesetzt. Integriert ist ein Zweiwege-Halsstab, erreichbar durch das Schallloch. Im Griffbrett aus Palisander sitzen 21 sauber verarbeitete, mittelstarke Bünde und Dots zur Lagenkennung. Der obere Teil der gut abgewinkelten Kopfplatte ist angesetzt. Gekapselte Mechaniken mit großen Griffen sorgen für Stimmpräzision, die von Sattel und kompensierter Tusq-Stegeinlage unterstützt wird. Die Brücke ist aus Palisander gefertigt und mit weißen Pins aus Kunststoff ausgestattet.
Bühnenpraktischer Bonus der CW GT Cedar ist das Pickup-System von B-Band mit Steg-Pickup plus und Vorverstärker in der oberen Zarge, ausgestattet mit Volume, Treble, Middle, Bass, Presence und Stimmgerät. Die 9V-Batterie ist in einem kleinen Fach mit Clipverschluss in der hinteren Zarge untergebracht. Die Decke der Gitarre ist hochglänzend, der Rest seidenmatt lackiert. Die Verarbeitung ist tadellos und die Gitarre kam gut eingestellt zum Test.&nb
Den kompletten Test lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 2-2011. Sie können Klangbeispiele dieser Gitarre und aller anderen getesteten Instrumente auf unserer Begleit-CD hören. CD-Bestellung hier ...
AKUSTIK-GITARRE-CD
In einem Song auf unserer CD ist zu hören, wie sich diese Gitarre bei verschiedenen Spieltechniken anhört: Powerchords, Strumming, Arpeggien, Solo-Lines und abgedämpfte Parts werden bestens umgesetzt.
Von Jens Hausmann
Im Zuge der Modellpflege gehen die Cutaway-Bühnen-Nylonstrings von Ortega einen Schritt weiter zur Moderne. Zum ersten Mal bietet Ortega den Zwei-Wege-Einstellstab nun auch bei Modellen aus spanischer Fertigung an.
Wir testen eins der ersten Modelle mit speziell für Nylonsaiten angepasstem Fishman System inklusive Mikrofon. Bei den Modellen RCE 444 und 555 gehört das CLA-301 zur Standardbestückung. Außerdem soll es Fusionisten und gelegentlichen Nylonsaitenspielern auf dem zierlichen Hals mit einer etwas stärkeren Griffbrettwölbung noch leichter gemacht werden.
Konstruktion
Für Stahlsaitengitarren hat es sich längst durchgesetzt, bei Nylonsaitern wird Ovangkol noch nicht so häufig als Korpusholz eingesetzt. Der seidenmatt lackierte, gesperrte Korpus unseres Probanden hat gerade bei den Zargen eine besonders attraktive Maserung mit leichter Flammung bekommen. Für die hochglanzlackierte Decke wurde feinjährige Fichte verwendet. Der passend zum Korpus seidenmatt lackierte Mahagonihals mit Palisandergriffbrett hat den besagten Einstellstab, was für die Bauweise mit spanischem Halsfuß tatsächlich ein Unikum sein dürfte. Dies soll laut Vertrieb die Bühnenarbeit selbst unter schwierigen klimatischen Bedingungen erleichtern. Neben den zierlichen Halsmaßen und dem schmalen Griffbrett sorgt der Cutaway für bequeme Bespielbarkeit bis in hohe Lagen. Die bei Ortega übliche modifizierte Fächerbeleistung besteht aus sechs parallelen Strahlen, der siebte schließt auf der Diskantseite für mehr Tragfähigkeit schräg ab. Wie bei der in AG 6-2010 getesteten RCE 555 ist die Beleistung mehr auf gute akustische Schwingungseigenschaften ausgelegt als auf rückkopplungsfeste Versteifung. Die Palisandereinfassungen an Korpus und Schallloch und zwei attraktive Abalone-Ringe sorgen für ein zurückhaltend-edles Design. Palisander findet sich auch bei Steg und Kopfplattenfurnier, was mit den Palisanderknöpfen der vergoldeten Mechaniken eine optische Abrundung bekommt. Das Bühnen-Setup wird durch zwei Gurtpins abgerundet; die Verarbeitung ist wie erwartet grundsolide.
Pickup und Elektronik
Das Clásica-Blend-System von Fishman ist speziell auf Nylonsaiten abgestimmt. Um die 9V-Batterie zu wechseln, muss nur die Elektronik aus der Zarge geklappt werden. Dann sieht man auch das Mikrofon, das auf der Innenseite der Batteriehalterung angebracht ist. Die Regelmöglichkeiten umfassen nebst Lautstärke und 3-Band-Klangreglung einen Notch-Filter, den Überblendregler für das Mikro und einen Phasenschalter, außerdem ist ein chromatischer Tuner integriert. Das System arbeitet nebengeräuscharm und überträgt ein recht ausgewogenes Klangbild, akzentuiert dabei aber in neutraler Einstellung die Höhen. Was beim Einsatz in Band-Situationen der Durchsetzungsfähigkeit entgegen kommen mag, wirkt solistisch etwas unnatürlich. Das tut der guten Sache aber keinen Abbruch, da man die Höhen leicht zurückregeln und nach Geschmack einen Hauch Mitten zugeben kann. Dezent dazu gemischt sorgt das Mikrofon für interessante Variationsmöglichkeiten und macht das Klangbild weniger direkt.
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AKUSTIK-GITARRE-CD
Wir haben die RCE 444 in eine Ensemble-Situation gestellt und dazu einen Track der Richtung Lounge/Chillout produziert. Ortegas E-Nylonstring stellt das Thema vor, mischt auch bei der Begleitung mit und besorgt die Solo-Fills.
Von Jens Hausmann
Crafters bewährte 8er-Serie bekam vor kurzem mit einer Bühnen-Dreadnought Zuwachs. Nun können auch Liebhaber 12-saitiger Instrumente bei attraktiven Merkmalen wie Cutaway und aktivem Tonabnehmer aus dem Vollen schöpfen.
Konstruktion
Eine Standardversion gibt es mit der D8-12/N schon länger. Die wichtigsten konstruktiven Gemeinsamkeiten sind die massive Engelmann-Fichtendecke mit Kreuzbeleistung und der laminierte Mahagonikorpus. Per Schwalbenschwanzverbindung wurde der Hals mit Palisandergriffbrett eingeleimt, auch er besteht aus Mahagoni. Eine Crafter wäre keine Crafter, hätte sie nicht den Schriftzug auf der Kopfplatte und die Lilieneinlage. Natürlich wurde auch bei Schlagbrett und Steg nicht auf den vertrauten Schwung verzichtet. Korpus und Griffbrett sind mit cremefarbenen Kunststoff-Bindings eingefasst, weitere Akzente sind Rosette und Griffbrettpunkte aus Abalone. Für glänzende Auftritte und obertonreiches Klangbild kommt die DE8-12 in makellosem Hochglanz, wobei der Hals für ein angenehm griffiges Spielgefühl seidenmatt lackiert ist. Das Interessanteste sind bei diesem Modell natürlich der runde Cutaway und ein ausgewachsenes Tonabnehmer-System. Da die DE8-12/N aus einer der modernsten Gitarrenfabriken Asiens kommt, ist es kein Wunder, dass es an der Verarbeitung nichts zu beanstanden gibt.
Pickup und Elektronik
Die Zargenelektronik namens LR-T 4T stammt von LR. Baggs. Es handelt sich um einen Preamp mit 3-Band EQ und Scoop-Regler für kontrollierte Mittenabsenkung und transparenteres Klangbild. Obwohl in erster Linie gegen Feedback-Probleme gedacht, macht diese Frequenzmulde gerade bei einer 12-saitigen Gitarre mehr Spaß als vermutet. Neben dem Phasenschalter wurde ein Stimmgerät integriert, das bei Inbetriebnahme automatisch den Ausgang mutet und die richtige Stimmung mit grünem Licht signalisiert. Trotz enger Platzierung der Bedienelemente lassen sich die Regler auch mit kräftigen Fingern gut bedienen. Der Tonabnehmer liefert auf Anhieb einen ausgewogenen, vollen und authentischen Sound; wenn nötig, kann man mit den mehr als brauchbaren Regelmöglichkeiten weiteren Einfluss nehmen. Vor dem Hintergrund der Preisklasse darf man die Qualität der Tonabnahme wohlwollend hervorheben.
Den kompletten Test lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 2-2011. Sie können Klangbeispiele dieser Gitarre und aller anderen getesteten Instrumente auf unserer Begleit-CD hören. CD-Bestellung hier ...
AKUSTIK-GITARRE-CD
Der Crafter-Song auf unserer CD beginnt mit verträumten Arpeggien und mündet in kraftvolle Strummings.
Von Franz Holtmann
Die Breedlove D25/SRe ist ein Dreadnought-Modell aus der neuen ‚American Series’ mit großem Korpus und weich geschnittenem Cutaway. Nicht nur ihre Optik ist aufregend, neben imposanter akustischer Kraft hat sie auch eine leistungsstarke Elektrik an Bord.
Exklusive Kopfplatte, gezackte Brücke – die Breedlove-Instrumente aus den USA gehören zu den extravaganteren Designs der Gitarrenszene. Die neue American Series ist „100% made in Bent/Oregon“ und eröffnet dem Kunden zu einem tendenziell günstigen Preis eine Palette von Custom-Optionen. Es gibt acht Basismodelle (ab € 1.489), die der Kunde nach eigenen Wünschen ausstatten lassen kann. Für das vorliegende Modell wurden einige dieser Optionen realisiert, was den recht hohen Preis erklärt. Für ein Modell mit individuellem Customizing ist mit einer Lieferzeit von drei bis vier Monaten zu rechnen.
Konstruktion
Das Dreadnought-Konzept steht auch bei Breedlove für einen großen, volumenreichen Korpus (16 inch = 40,64 cm) mit recht wenig Taille, aber bis zu 11,7 cm Zargentiefe. Das weich gerundete Cutaway öffnet den hohen Tonraum und entschärft zugleich die fast schon tonnig erscheinende Konstruktion. Der gewölbt verarbeitete und bookmatched gefügte Boden wie auch die Zargen bestehen aus schön gezeichnetem indischem Palisander. Die Korpusränder sind von cremefarbenen Kunststoff-Bindings (Ivoroid) eingefasst. Die Decke aus massiver Sitkafichte ist von guter, gleichmäßig parallel gemaserter Qualität und wird von einem fein abgeglichenen Scalloped-X-Bracing getragen. Ein attraktiver Herringbone-Streifen schließt die Deckenränder ab, eine zweifache Ringeinlage mit eingekreister Abalone-Intarsie ziert das Schallloch.
Der einteilige Mahagonihals ist in Höhe des 14. Bundes mit einer Schraubverbindung in den Korpus eingesetzt. Das Griffbrett aus Ebenholz trägt 20 gut verarbeitete Bünde und seitlich angeordnete Pearl Dot Position Markers. Die asymmetrisch geschnittene und stark abgewinkelte Kopfplatte ist auf der Frontseite mit Ebenholz belegt; kleine gekapselte Mechaniken von Gotoh ergänzen die Ausstattung. In die charakteristisch gezackte Winged Bridge aus Ebenholz – nicht allein optischer Gimmick, sondern für beste Schwingungsübertragung ausgelegt – werden die Saiten von hinten eingefädelt. Ein so genanntes Bridge Truss System stützt die Brücke im Korpus gegen den Endklotz ab, sorgt also für effektive Zugentlastung der Decke. Die Stegeinlage aus Kunststoff ist für eine differenzierte Längenkompensation der Saiten ausgelegt.
Auf den ersten Blick nicht zu sehen ist das integrierte L.R. Baggs Element Active VTC Pickup-System mit Undersaddle Transducer, das man mit zwei kleinen in das Schallloch gesetzten Reglern kontrolliert (Lautstärke und Ton). Das Instrument ist rundum sauber gebaut, sein Korpus hochglänzend lackiert, der Hals matt versiegelt.&nb
Den kompletten Test lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 2-2011. Sie können Klangbeispiele dieser Gitarre und aller anderen getesteten Instrumente auf unserer Begleit-CD hören. CD-Bestellung hier ...
AKUSTIK-GITARRE-CD
Die Stimmgewalt der Breedlove D25/SRe und ihre offen-transparente Abbildung aller Aktionen des Gitarristen sind auf unserer CD im Rahmen eines Duetts zu hören.
Von Franz Holtmann
Die Manufaktur Artesano fertigt Konzertgitarren in traditioneller spanischer Bauweise. Der große Gitarrenbauer Juan Orozco steht hinter den klassischen Designs, abzulesen an typischen Konstruktionsdetails wie Kopfplattenform und Rosette.
Juan Orozco ist eine legendäre Gestalt. Geboren und aufgewachsen in Madrid, zog er 1950 mit seiner Familie nach Sao Paolo, Brasilien, später nach Montevideo, Uruguay, denn der (gleichnamige) Vater suchte als Gitarrenbauer sein Glück in Südamerika. Der junge Juan gründet 1960 seine eigene Werkstatt, übersiedelt bereits 1964 nach New York und bringt 1968 unter dem Namen Aranjuez eigene neue Saiten für die Konzertgitarre an den Markt. Sein Geschäft wird überdies zum Treffpunkt der jungen Gitarrenszene. Er kooperiert mit japanischen Gitarrenbauern, gründet das erfolgreiche „National Guitar Institute“ und wird zum großen kulturpolitischen Förderer der Konzertgitarre. Die Artesano-Gitarren „Inspiración de Juan Orozco“ werden in China gefertigt.
Konstruktion
Die Maestro S wird in Anlehnung an das Orozco Modell 15 auf der klassischen Grundlage der Tonholzkombination Palisander/Fichte in vollmassiver Bauweise gefertigt. Für den gut gewölbten, spiegelgleich gefügten Boden und die Zargen kam schön gezeichneter indischer Palisander zum Einsatz. Helle Ziereinlagen an den Korpusrändern und am Boden wie auch die attraktive Schalllochrosette sind dem genannten Modell entliehen. Die mittig gefügte Decke besteht aus sehr fein und parallel gemaserter Fichte von guter Qualität. Unterbaut ist sie von einer bestens abgeglichenen parallelen Beleistung.
Den kompletten Test lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 2-2011. Sie können Klangbeispiele dieser Gitarre und aller anderen getesteten Instrumente auf unserer Begleit-CD hören. CD-Bestellung hier ...
AKUSTIK-GITARRE-CD
Auf unserer CD ist die Artesano Maestro S in einem Gitarrenduett zu hören, unterstützt von dezenter Streicherbegleitung. Anhand der Begleitstimme lässt sich das tiefe Register beurteilen, die oktavierte Melodie der zweiten Gitarrenstimme gibt Auskunft über das Klanggeschehen im oberen Griffbrettbereich.
Von Jens Hausmann
Die Tramontane-Serie wurde nach einem Fallwind Südfrankreichs benannt, von dort stammt auch das Design der Instrumente von Michel Lâg-Chavarria. Die 400er-Serie rundet die preisgünstigen Modelle aus chinesischer Fertigung nach oben ab. Wir testen das Nylonsaiten-Auditorium-Modell mit Tonabnehmer und Cutaway.
Neben dem Hauptgeschäft mit E-Gitarren und akustischen Instrumenten aus dem Mastershop gibt es bei Lâg diese kürzlich überarbeitete Fernost-Serie seit 2008, unterteilt in einzelne Kategorien, die sich über Merkmale wie Materialauswahl, Lackierung und Tonabnehmer-Ausstattung unterscheiden.
Konstruktion
Ein elegantes Design prägt den ersten Eindruck dieser Bühnengitarre. Die Rosette aus Palisander und Ahorn trägt ein eingelegtes Katharerkreuz und korrespondiert mit den Einfassungen und dem Korpusholz. Boden und Zargen bestehen aus indonesischem Palisander. Laut Herstellerinfo wird, um die Qualität zu sichern, in der Fertigung bei Zuschnitt, Trocknung und Feuchtigkeitsregulierung nichts dem Zufall überlassen. Für einen spritzigen, klar definierten Ton werden bei der 400er-Serie Decken aus massiver Sitkafichte verbaut, die Nylonvariante besitzt eine Fächerbeleistung. Der Mahagonihals ist schmal und kompakt gehalten und seidenmatt lackiert, während der Korpus in Hochglanz versiegelt wurde.
Auffällig sind der bei Nylonmodellen eher selten anzutreffende Einstellstab und das Design der geölten Kopfplatte mit Palisanderfurnier und dreidimensionaler Stufe samt Ahornlogo, abgerundet durch schwarze Mechaniken mit satinierten Flügeln. Auch der Steg hat eine eigenwillige Form und besteht wie das Griffbrett mit achtzehn Medium-Bünden aus Palisander. Die optische Gestaltung ist ansprechend ohne Übertreibungen. Auch kleine Details wie kompensierte Stegeinlage und Sattel aus Graphit fügen sich harmonisch in das Gesamtbild. Holzarbeiten und Lackierung sind sauber ausgeführt, lediglich die Decke ist im Innern etwas rau.
Pickup und Elektronik
Der in Zusammenarbeit mit Shadow entwickelte Studiolâg-Plus-Vorverstärker in Verbindung mit dem Nanoflex-Pickup bietet fünf Klang-Presets für unterschiedliche Spieltechniken: natürlicher Folk-Sound, samtige Mitten, Studio-Mittendämpfung, Fingerpicking und ein höhengedämpfter Jazz-Sound. Zusätzlich zur Verfügung steht ein Bass/Höhen-Regler, der im Bypass-Betrieb aktiv bleibt, sowie ein chromatischer Tuner nebst Lautstärkeregler und Batterieanzeige. Das System wird mit zwei von außen zugänglichen 3V-Knopfzellen gespeist. In neutraler Einstellung überträgt das System den Klang der Gitarre authentisch und natürlich. Das Ausgangssignal ist dabei etwas leiser als bei herkömmlichen Systemen. Je nachdem ob mit Fingern, Nägeln oder Plektrum verschiedene Stilrichtungen angesagt sind, findet sich unter den Presets die passende Einstellung. Wie auf der Hersteller-Website anhand eines Videos dargestellt, klingt das mit Stahlsaitengitarre und magnetischem Tonabnehmer durchaus überzeugend. Für die Testgitarre mit Nylonsaiten stellen sich die Klangeinstellungen ebenfalls absolut brauchbar dar.
Technische Daten
Hersteller Lâg
Modell Tramontane T4NACE Nylon
Typ Auditorium E-Nylonstring
Herkunft China
Korpus indonesischer Palisander
Decke Sitka-Fichte, massiv
Binding Palisander/Ahorn
Verbalkung Fächerbeleistung
Hals Mahagoni, seidenmatt lackiert
Griffbrett Palisander
Bünde 18
Mechaniken matt-schwarz
Sattel/Stegeinl. Graphit, schwarz
Mensur 650 mm
Halsbreite Sattel 48 mm/12. Bund 60 mm
Elektronik Nanoflex-Pickup mit Studiolâg-Plus-Preamp
Finish Hochglanz
Preis € 700
Vertrieb Korg & More/Marburg
Info www.korgmore.de; www.lagguitars.de
Den kompletten Test lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 5-2010. Sie können Klangbeispiele dieser Gitarre und aller anderen getesteten Instrumente auf unserer Begleit-CD hören. CD-Bestellung hier ...
AKUSTIK-GITARRE-CD
Mit der Tramontane Nylonstring haben wir für unsere CD einen Track produziert, der die romantische Seite des Instrumentes in den Vordergrund stellt. Eine Latin-Ballade mit dezenter Begleitgitarre, stimmungsvoll artikuliertem Thema und Solo zeigt die Ausdruckskraft des Instrumentes.
Einspielung: Andreas Schulz
Von Christian Veith
Der australische Hersteller betrachtet seine Dreadnoughts „mit dem größtmöglichen Respekt als Ladies“. Dass daraus „Fat Ladies“ (FL) werden, ist der Korpusgröße geschuldet und zeugt von Humor.
Hinter Cole Clark steht Mastermind Bradley Clark, der elf Jahre bei Maton als Produktionsleiter und CEO tätig war. Das Cole-Clark-Credo: Solide Instrumente aus soliden Hölzern zu soliden (erschwinglichen) Preisen.
Konstruktion
Die FL 1 ist die einfachste Variante der Fat-Lady-Reihe und kommt als schmuckloses Instrument in matter, offenporiger Lackierung. Die Decke besteht aus Bunya, das etwas steifer als Fichte ist. Markant sind die variablen Farbverläufe. Korpus und Hals bestehen aus Queensland Maple, das in Aussehen und Beschaffenheit dem Mahagoni nahe kommt. Wahlweise gibt es die FL 1 auch mit Fichte und/oder Tasmanian Blackwood. Der Schlichtheit geschuldet ist das Fehlen von Korpus-Bindings, lediglich ein schmaler Streifen aus dunklem Holz umrahmt die Decke. Als Rosette fungieren zwei ebensolche Ringe. Der Cutaway verläuft in einer eigenwilligen Linie - direkt ab Ansatz führt er bereits vom Halsblock weg und verkleinert den Ausschnitt. Der Steg ist eine übliche Pin-Loch-Konstruktion, relativ flach, großflächig und mit eigener Formgebung. Hals und Korpus sind traditionell aufwändig verbunden. Der Halsblock ist dabei eine Einheit, der die Zargenenden in entsprechenden Nuten aufnimmt. Ein großer Schraubstift samt Mutter innen am Halsblock dient nicht zur Befestigung, sondern ist Ansatzpunkt des Stahlstabes.
Die Fat Lady vertraut auf einen eigenwilligen Innenausbau. Die Deckenverbalkung ist eine Kombination von großem A, einem kleinen gegenläufigen V hinter dem Schallloch, einem ungleichmäßigen X im Heck sowie diversen Stützbälkchen. Verzichtet wurde auf die Reifchen, die die Verbindung von Boden und Decke mit den Zargen unterstützen. Um eine ausreichende Leimfläche zu erhalten, wurden die Randbereichen von Decke und Boden dicker stehen gelassen.
Pickup und Elektronik
Unter dem Steg schuftet ein Wandler mit sechs Piezozylindern, die in einem Gehäuse unter dem Steg angebracht sind. Davon künden die beiden Imbusschrauben beiderseits des Stegstäbchens. Ein weiterer Sensor sitzt auf der Bass-Seite an der Deckenverbalkung. Der „Dual-Input-Acoustic-Preamp“ (DIAP) kommt mit Lautstärke und Dreiband-EQ; ein fünfter Fader bietet die Möglichkeit, das mittels Weiche abgetrennte Höhensignal stufenlos zwischen Steg- oder Decken-Pickup zu wählen
Technische Daten
Hersteller Cole Clark
Modell FL 1 AC
Typ Dreadnought EA-Cutaway
Herkunft Australien
Korpus Queensland Maple, massiv
Decke Bunya, massiv
Verbalkung X-Bracing
Hals Queensland Ahorn, dreiteilig
Griffbrett Palisander
Bünde 20 medium
Mechaniken Grover chrom, verkapselt
Sattel/Stegei Tusq
Mensur 650 mm
Halsbreite Sattel 44,5 mm/12. Bund 54,1 mm
Halsansatz 14. Bund
Pickups Cole Clark
Vorverstärker Cole Clark „DIAP“
Finish offenporig, matt
Preis € 1.399 (inkl. Koffer)
Vertrieb Noble Guitars
Info www.coleclarkguitars.com; www.noble-guitars.com
Den kompletten Test lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 5-2010. Sie können Klangbeispiele dieser Gitarre und aller anderen getesteten Instrumente auf unserer Begleit-CD hören. CD-Bestellung hier ...
AKUSTIK-GITARRE-CD
Berühmtester Cole-Clark-User dürfte der Surf-Barde Jack Johnson sein. Im Studio haben wir daher mit der FL 1 AC eine Song-Skizze in dessen typischem Stil produziert. Wobei sich herausstellte, dass der tendenziell weiche und feine Sound dieser australischen Dreadnought die chillige Atmosphäre seiner Stilistik bestens überträgt.
Einspielung: Andreas Schulz
Von Christian Veith
Erklärtes Ziel der Historic-Serie von Blueridge ist es, mit vertretbarem Aufwand so nahe wie möglich an die bekannten historischen Vorbilder zu kommen.
Die BR-143 nimmt sich das sogenannte Orchestra Model, kurz OM, zur Vorlage. Diese etwas kleinere Korpusform ist wegen ihrer klanglichen Ausgewogenheit und guter Differenzierung bei Fingerstylern sehr beliebt, bedient aber auch die Allrounder hervorragend.
Konstruktion
Die Testkandidatin kommt in einer grundsätzlich klassischen Ausführung ohne großartige Korpus- oder Griffbrettverzierungen. Zwei Ausstattungsmerkmale heben sie optisch aus der Masse hervor. Einmal das sogenannte „Dalmatian Style“ Pickguard. Schon dessen Existenz weist auch auf den Plektrum-Einsatz hin. Und natürlich die im typischen Blueridge-Barock mit Perlmutt verwöhnte Kopfplatte.
Auch die Holzkombination Mahagoni/Fichte zeugt nicht von Extravaganz, wobei Blueridge jedoch die Qualität der Hölzer betont. Die Fichte gehört zur AAA (Triple-A)-Klasse, und das Süd- und Mittelamerikanische Mahagoni (auch echtes Mahagoni genannt) wird gegenüber den afrikanischen Verwandten (zum Beispiel Sapelli) deutlich besser eingestuft.
Damit es besonders „historic“ aussieht, wurde dem Lack ein „aging toner“ beigegeben, der die Decke in sattes Honiggelb taucht. Eingefasst ist die Front mit einfachen, schmalen Schwarz-Weiß-Zierstreifen. Auch die Rosette besteht aus einem entsprechenden Doppelring. Die Bodenfuge trägt außen keine Abdeckung. Ganz der Historie verpflichtet sind der altbewährte Pin-Steg mit unkompensierter Stegeinlage und das klassisch gepunktete Griffbrett. Was vom Hersteller als Parabolic-Verbalkung bezeichnet wird, meint den ursprünglich parabolischen Kammverlauf der Kreuzbalken, aus der die Scalloping-Aussparungen herausgeschnitten wurden. Die Position des Kreuzes ist aber mit 4,4 cm Abstand zum Schallloch keineswegs „foreward shifted“, wie behauptet wird. Hals und Korpus sind mit dem handwerklichen Schwalbenschwanz-Keil verbunden.
Den kompletten Test lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 4-2010. Sie können Klangbeispiele dieser Gitarre und aller anderen getesteten Instrumente auf unserer Begleit-CD hören. CD-Bestellung hier ...
AKUSTIK-GITARRE-CD
Ein Arrangement mit Perkussion-Begleitung zeigt den ausgereiften Ton der Blueridge BR-143. Im zweiten Teil beweist die OM-Steelstring, dass mit ihr ausdrucksstarkes Single-Note-Spiel problemlos möglich ist.




























