Gitarrenfestival Benediktbeuern
DVD Ahmed El-Salamouny
AG Doppel-CD bestellen ...
Aktuelle Ausgabe: 2/2010


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Wallis Bird

Wallis Bird

13.03. Berlin, Lido
14.03. Dresden, Scheune
16.03. München, 59to1
17.03. Stuttgart, Die Röhre
18.03. Wiesbaden, Schlachthof
19.03. Köln, Gebäude 9
21.03. Hamburg, Übel & Gefährlich
12.04. Münster, Gleis 22
13.04. Karlsruhe, Jubez
14.04. Freiburg, Jazzhaus
15.04. CH-Aarau, Kiff
17.04. CH-Biel, St.Gervais
19.04. Erfurt, Museumskeller
20.04. Leipzig, Moritzbastei
21.04. Würzburg, Posthalle
23.04. AUT-Wien, Flex
26.04. AUT-Graz, PPC
27.04. AUT-Salzburg, Rockhouse
28.04. Erlangen, E-Werk
29.04. Heidelberg, Halle 02
01.05. Duisburg, Hundertmeister
02.05. Bremen, Tower
03.05. Hannover, Musikzentrum

Weitere Präsentationen:

 
Im Studio mit Peter Autschbach
Mikrofonierung mit drei Großmembran- Kondensatormikrofonen
Mikrofonierung mit drei Großmembran- Kondensatormikrofonen

Von Andreas Schulz

Wenn ein Musiker aus dem Team der AKUSTIK GITARRE eine neue rein akustische Solo-CD plant, liegt es nahe, dass wir ihn ins Studio begleiten und unseren Lesern die interessantesten Aspekte der Produktion vorstellen.

,Summer Breeze‘ ist Peter Autschbachs xte CD – und die erste reine Solo-Aufnahme. Zu hören sind pure solistische Titel, aber auch Stücke mit mehreren Gitarrenspuren, die im Overdub-Verfahren aufgenommen wurden. Hierbei sind eine genaue Planung und viel Erfahrung nötig, denn am Ende soll es so klingen, als hätte der Gitarrist tatsächlich „mit sich selbst“ gespielt, als hätte es eine echte musikalische Interaktion gegeben. Wir sprachen mit Peter Autschbach über die musikalischen Hintergründe, die Arbeit im Studio, Instrumente, Repertoire und Inspiration. Tontechniker Stefan Weyel lieferte ergänzende technische Informationen.

Peter – warum hast du nach vielen Band-Projekten eine Solo-CD aufgenommen?

Peter Autschbach: Der Wunsch nach einem Solo-Album existiert schon seit langer Zeit. Ich habe ja auf der akustischen Gitarre angefangen und zunächst Fingerstyle im Stil von Kolbe/Illenberger gespielt. E-Gitarre und Jazz kamen erst später dazu. Als Hobby-Klassiker habe ich über die Jahre einige Lauro-Werke gepflegt. Ich fühle mich aber tatsächlich erst jetzt in der Lage, mit dem musikalischen Material so frei spielen zu können, dass es eine Veröffentlichung rechtfertigt. Und das Warten hat sich gelohnt, denn die Aufnahmen spiegeln genau wieder, was ich auf der akustischen Gitarre zu sagen habe.

Wie hast du dich musikalisch auf die Aufnahmen vorbereitet? Welches sind die spielerischen Herausforderungen bei einem solchen Projekt?

Die größte Herausforderung ist das pure Solospiel. Damit meine ich Improvisation ohne Begleitung einer zweiten Gitarre. Dabei muss man als Gitarrist bereit sein, musikalisch quasi die Hosen herunterzulassen. Üben kann man das nicht wirklich, denn dabei zählt auch die Erfahrung. Vorbereitet habe ich daher hauptsächlich die auskomponierten Themen der Stücke; denn deren Einspielung machte mir die wenigsten Sorgen. Unterschätzt habe ich dabei allerdings die Schwierigkeit, den Lauro-Walzer aufzunehmen. Da man im Studio jedes Nebengeräusch extrem laut wahrnimmt, habe ich bei dem Stück am meisten geschwitzt.

Viele Titel sind im Overdub-Verfahren aufgenommen – als Duo mit dir selbst. Was gilt es dabei zu beachten?

Mein Ziel ist bei solchen Aufnahmen, dass der Eindruck entsteht, dass dort zwei Gitarristen zusammenspielen. Eine einmal aufgenommene Spur hört nicht mehr zu. Sie reagiert nicht mehr auf die zweite Gitarre, die danach eingespielt wird. Ich versuche, mir beim Einspielen der ersten Gitarre die zweite Stimme so genau wie möglich vorzustellen und reagiere dann auf das, was ich innerlich höre. Wenn dann die zweite Spur als Overdub hinzukommt, ist das Feld für das imaginäre Zusammenspiel schon bereitet.

Wie würdest du bei solch einer solistischen Aufnahme – ohne weiteren Input anderer Musiker – den Anteil von Planung und spontaner Improvisation definieren? Woher nimmst du die Inspiration für das Spiel mit dir selbst als Begleiter?

Auf diesem Album ist der Anteil spontaner Improvisation recht hoch, bestimmt 40 Prozent. Selbst bei den Themen gibt es eine Menge Freiheit, denn nichts klingt für meine Ohren langweiliger als eine exakte Wiederholung. Das überlasse ich gerne den Leuten, die mit Loops arbeiten, die machen daraus Kunst. Für mich entsteht Inspiration gerade aus dem Unwägbaren, den kleinen Variationen und den subtilen rhythmischen Details. Ich versuche stets, dasjenige, was ich innerlich höre, auf das Griffbrett zu bekommen.

Erzähle uns etwas über die hauptsächlich verwendeten Instrumente.

Joe Striebel hat 2007 für mich sein Peter-Autschbach-Signature-Modell entwickelt. Mit dessen Sound war ich sofort so zufrieden, dass ich wohl niemals mehr ein anderes Archtop-Modell spielen werde. Jüngst habe ich mir den Traum einer High-End-Klassikgitarre erfüllt: Die ‚La Portentosa Furioso Grande‘ von Dieter Hopf hatte ich schon lange im Visier, dieses Jahr habe ich zugegriffen. Die Westerngitarren sind von Larrivée (SD-50 TSB) und von Froggy Bottom (H12 Limited). Die Larrivée klingt mächtig und voll, die Froggy Bottom ist perfekt für Einzeltöne.

Den kompletten Artikel lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 1-2010.

 
Maton Guitars

Von Andreas Schulz

Während der Frankfurter Musikmesse 2009 hatten wir Gelegenheit, uns mit dem Team des australischen Herstellers Maton Guitars zusammenzusetzen und neugierige Fragen zu stellen. Hier ein Auszug aus dem Gespräch mit den derzeitigen Firmeninhabern Linda Kitchen, der Tochter des Firmengründers Bill May, ihrem Mann Neville, und Anthony Knowles, zuständig für den Bereich Marketing und Artist Relations, nebenbei auch Gitarrentechniker, der die Instrumente von Maton-Endorsern betreut.

Maton ist erst vor einigen Jahren aus der Heimat Australien heraus gekommen, tritt nun auf dem Weltmarkt an und muss sich mit Mitbewerbern um die Gitarristengunst wie Martin, Taylor, Takamine, Lakewood und anderen lange etablierten Marken messen. Die Australier sind offenbar gut vorbereitet und haben durch die Verwendung spezieller Hölzer von Down Under einige Besonderheiten zu bieten.

Wo liegen die Anfänge von Maton Guitars?
Lindas Vater startete die Firma im Jahr 1946. Es begann als Familienunternehmen und ist es bis heute geblieben. Der Gründer Bill Maton war kein Gitarrenbauer im üblichen Sinn, er war Lehrer für Holzbearbeitung. Sein Ziel war: er wollte eine australische Gitarre spielen. Alles, was man damals an Gitarren in Down Under bekommen konnte, war nicht hochwertig, man konnte auch eine amerikanische Qualitätsgitarre nicht einfach bekommen. Was man bekam, stammte aus Deutschland oder Asien. Nur wenige Leute mit sehr viel Geld konnten sich die damals extrem teuren US-Instrumente leisten. Bill Maton wollte eine gute Gitarre, die auch bezahlbar war. Als erstes baute er ein Instrument für sich selbst, das er jahrelang nutzte, dann fragten seine Freunde danach. Schließlich begann er, zusammen mit seinem Bruder, eine Gitarrenmanufaktur aufzubauen; sie kündigten ihre Jobs und fingen an, Gitarren zu bauen – in der Garage.

Aus unserer Sicht scheint Maton eine starke Basis in der australischen Musikerszene zu haben.
Ja, absolut. Es dürfte schwer sein, in Australien einen Musiker der älteren Generation zu finden, der nicht irgendwann eine Maton gespielt hat. Maton ist in Australien sehr bekannt, ähnlich wie vielleicht Fender in den USA.

Maton hat seinen Markt lange auf Australien beschränkt und ist erst seit einigen Jahren weltweit vertreten.
Wir mussten erst einmal im Stande sein, die nötigen Stückzahlen in der gewohnten Qualität herzustellen. Einen neuen Markt eröffnet man nicht eben so über Nacht. Wir hätten natürlich auch weiterhin auf Australien beschränkt bleiben können, doch das hätte uns die Chance genommen, weiter zu wachsen. Über den Export werden wir auch unabhängiger von der Lage einer einzigen Volkswirtschaft. In Australien leben etwa 20 Millionen Menschen, das ist eine vergleichsweise kleine Kundengruppe.

Wie läuft es für Maton in Deutschland?
Der deutsche Vertrieb ist sehr eifrig und erfolgreich. Wir schätzen die Musikszene bei euch, die Musiker spielen gut, sie lieben die Musik und ihre Instrumente. Italien und England laufen ebenfalls sehr gut, wir haben gerade in Japan angefangen, die USA sind noch schwierig. Aber wir haben keine Eile …

Sprechen wir ein wenig über die Fertigung und die Firmenphilosophie.
Jedes Instrument wird in unserer Fabrik in Australien gebaut, wir haben nichts nach Asien ausgelagert. Im Gegenteil: statt Teile zuzukaufen, haben wir im Haus eine eigene Elektronikabteilung eröffnet, die die Technologie für Vorverstärker und Mikrofone entwickelt. Unsere Gitarren klingen einzigartig, weil wir einheimische Hölzer verwenden und nicht Standards wie Fichte plus Palisander. Da war es nur logisch, dass wir eigene Pickup-Systeme entwickeln, die genau diesen Klang perfekt umsetzen.

Wie wichtig ist eine Persönlichkeit wie Tommy Emmanuel für Maton Guitars?
Er ist unser bester Botschafter. Er liebt und spielt unsere Gitarren seit vielen Jahren. Tommy ist uns nicht verpflichtet, er muss keine Maton spielen, er tut es aus freier Entscheidung. Glaub mir, Tommy bekommt bei jeder Show Gitarren angeboten, von allen möglichen Herstellern. Er bleibt aber bei Maton, weil er es möchte. Die einzige Möglichkeit unsererseits ist es, Gitarren zu bauen, die gut genug für ihn sind.

Ist Tommy an der Entwicklung der Gitarren beteiligt?
Er gibt uns Tipps und Informationen. So ist unser Preamp größtenteils aufgrund seiner Verbesserungsvorschläge entstanden.

Den kompletten Artikel lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 6-2009.

 
Zu Besuch bei Albert &amp; Müller Gitarrenbau
Franz-Ulrich Albert und Antonius Müller
Franz-Ulrich Albert und Antonius Müller

Von Andreas Schulz (Text & Fotos)

25 Jahre Albert & Müller! Anlässlich dieses erfreulichen Jubiläums haben wir die beiden Gitarrenbauer in ihrer Werkstatt, einem alten Bahnhof in Aarbergen im Taunus, besucht und ein wenig gefachsimpelt.

A&M – das sind Franz-Ulrich Albert und Antonius Müller. Die beiden arbeiten seit den frühen Achtzigerjahren zusammen und wagten den Sprung in die Selbstständigkeit ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als die Akustikgitarren-Branche mitten in eine Krise schlitterte. Heute ist Albert & Müller ein Synonym für feinen deutschen Gitarrenbau, eine Edelschmiede für Saiteninstrumente mit ausgereifter Optik und speziellem Klang.

Nicht um Stückzahlen geht es den beiden Gitarrenbauern, sondern um Qualität. Berechenbare Qualität. Da es bei vielen Instrumenten der obersten Güteklasse längere Wartezeiten bis zur Fertigstellung gibt, ist dies wichtig. Denn wer eine Gitarre bestellt, erwartet zu Recht, dass sie dann auch so klingt wie das Modell, das man zur Probe gespielt hat. „Da wir schon so lange im Beruf sind, unsere Modelle selbst entwickelt haben, und aufgrund der großen Anzahl an Instrumenten, die jeder von uns gebaut hat, ist die Qualität konstant“, merkt Toni Müller an, der Nylonsaiten-Spezialist des Luthier-Duos.

Wie seid ihr zum Gitarrenbau gekommen?
Uli Albert: Während meines Studiums der Afrikanistik machte ich Musik und interessierte mich für den Bau von Folk-Instrumenten. Ich habe dann später bei Reinhold Seiffert eine Lehre als Gitarrenbauer angefangen und das Studium abgebrochen. Bereits in der Berufsschule lernte ich Toni kennen, der in die gleiche Werkstadt kam. Dort verbrachten wir Lehrjahre und Gesellenzeit, wurden aber später aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt.
Toni Müller: Ich fing mit 16 Jahren eine Ausbildung bei Dieter Hopf in Taunusstein an; nach dem Ende des Hopf-Werkes Anfang der Achtzigerjahre landete auch ich bei Reinhold Seiffert. Es war die Zeit, als in Deutschland viele große Marken starben, Framus, Klira, Hoyer und wie sie alle hießen. Als auch bei Seiffert die Aufträge ausblieben, haben wir die Meisterprüfung abgelegt und uns im Mai 1984 in die Selbstständigkeit gewagt.

Ihr habt also von Anfang an im Team gearbeitet. Gab es auch damals schon die Aufteilung Nylonstring und Steelstring?
Toni Müller: Schon vorher hatten wir versucht, an einem Instrument zu zweit zu arbeiten. Wir haben aber schnell gemerkt, dass das nicht gut funktioniert. Die Teilung haben wir dann so vollzogen, dass sich Uli um Mandolinen und Steelstrings kümmert, ich mich um die Nylonstrings. Die Ideen zur A&M Stahlsaitengitarre sind aber wieder ein gemeinsames Projekt. Unsere Steelstrings sind ja keine typischen Westerngitarren, sondern reflektieren unsere Vorstellungen.
Uli Albert: … mit etwas breiterem Hals; da waren wir mit die Ersten, die das realisiert haben, eine echte Alternative zum 43- oder 44-Millimeter Hals.

Gibt es in der mittlerweile 25-jährigen Firmengeschichte weitere entscheidende Ereignisse?
Toni Müller: Wir sind seit 1988 hier in Aarbergen im alten Bahnhof ansässig und haben seit 1990 einen Mitarbeiter, Argron Lhanaj aus Albanien, den wir selbst ausgebildet haben...
Uli Albert: ... und natürlich der dreimalige Gewinn des Deutschen Musikinstrumentenpreises! Das hat uns sehr beflügelt. Speziell der Erste Preis im Bereich Steelstring, gewonnen mit einer Ahorn/Fichte-Gitarre, wurde stark wahrgenommen.

Wie würdet ihr denn selbst die Charakteristik eurer Instrumente beschreiben? Was ist das typische Trademark von A&M-Gitarren?
Uli Albert: Unsere Gitarren haben nicht den Mainstream-Ton. Wenn jemand den besonderen Ton dieser Instrumente mag und das richtige Gefühl dafür entwickelt, gibt es kaum eine Alternative.
Toni Müller: Typische Fingerstyle-Gitarrenmusik hat sich ja aus Stilen wie Blues und Ragtime entwickelt. Wir haben uns bereits früh gefragt, wie es denn wäre, wenn jemand klassische Musik auf Stahlsaiten spielen würde. Das gab es übrigens schon einmal im 19. Jahrhundert, lange vor der amerikanischen Folk-Bewegung. Dafür braucht es eine Gitarre, die sehr ebenmäßig und ausgewogen klingt, ein Instrument mit klarem Klang; spezialisiert auf das Spiel mit Fingerkuppen oder Nägeln – weniger die typische Strumming-Gitarre. Daher auch der breite Hals. Unsere Gitarren sind tendenziell Fingerstyle-Gitarren.
Uli Albert: Um das zu realisieren, haben wir bestimmte konstruktive Details der Klassikgitarre auf unsere Steelstrings übertragen. Etwa die Ausarbeitung der Materialstärken, oder die Strahlenbeleistung bei den Modellen mit Fädelsteg. Wichtig ist auch die Bauweise mit spanischem Halsfuß – bei Steelstrings wohlgemerkt. Wir beziehen uns also nicht wie viele Hersteller eng auf die Tradition von Martin. Wir haben zwar Sachen übernommen, etwa das X-Bracing, aber immer in eigener Variation, sehr viel leichter gehalten, anders ausgearbeitet.
Toni Müller: Lustigerweise haben wir schon alte Gitarren von Martin oder Gibson gesehen, die von den Materialdimensionen ähnlich waren wie unsere eigenen. Diese Instrumente klingen auch anders, außerdem sind sie mit anderen Leimen und Lacken verarbeitet worden. In Summe klingen sie dem ähnlich, was wir uns selbst vorstellen.

Den kompletten Artikel lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 6-2009.

 
25 Jahre Martin Gitarren in Deutschland
Zu Besuch bei A.M.I. in München
Lager & Werkstatt
Lager & Werkstatt

Von Andreas Boer (Text und Fotos)

Seit 25 Jahren sorgt das AMI-Team um Gründer Günther Lutz dafür, dass Martin-Fans zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen nicht auf ihre D28 und 00028 EC verzichten müssen. Aber auch bei Resonator-Gitarren mit German Silver-Korpus (Continental) und Einsteigerinstrumenten aus China und Korea (Johnson) hat AMI ein Wörtchen mitzureden.

Wie kommt jemand auf die Idee, mitten in der Hoch-Zeit des Synthie-Pop die wenig angesagten Instrumente einer amerikanischen Akustikgitarrenfirma zu importieren?

Günther Lutz: In der Musikbranche kommen interessanterweise nur die wenigsten über eine echte Ausbildung an ihre Jobs. Das war bei mir auch so: Ich hatte einige Semester amerikanische Kulturgeschichte studiert, aber das wurde mir nach der Zwischenprüfung zu spröde, ich wollte etwas mit den Händen machen, mit Holz. Die Liebe zur Musik von Bluesern wie Robert Johnson und zu den Instrumenten war einfach stärker. Ich befasste mich also mit Gitarrenbau; Roland Oetter (siehe AG 5-2008, Anm. d. Red.) hat mir damals viele Tipps gegeben, 1979 war das. Als dann ein Freund das Musikgeschäft Folkladen in München aufmachte, war ich sofort dabei.

Und schon warst du Vertriebschef?

(lacht) Nein, zuerst habe ich mich um Reparaturen gekümmert und einige Gitarren gebaut. Das hätte längst nicht zum Leben gereicht, ich hatte daher nebenbei noch andere Jobs. So waren die Anfänge von AMI. Wie sich die Firma entwickeln würde, hätte ich mir damals nicht träumen lassen.

Wie kam der Kontakt nach Amerika zustande?

Unser Einzelhandel hatte viel mit Bluegrass-Instrumenten zu tun und daher bereits Geschäftskontakte zu Saga Musical Instruments in San Francisco. Wir haben über diese Firma als Erstes Kentucky-Mandolinen und Goldstar-Banjos aus Japan importiert. Was waren wir glücklich, wenn da am Tag mal eine Bestellung für ein Banjo-Tailpiece reinkam! (lacht). 15 DM hat das gebracht.

Wann kam Martin?

Auch zu dieser Zeit, die für Martin alles andere als leicht war. Der Dollarkurs stand Anfang der Achtzigerjahre sehr hoch, die Instrumente waren hier zu Lande praktisch unbezahlbar. Martin hatte einen dramatischen Einbruch, die Jahresproduktion ging von 20.000 Gitarren runter auf etwa 5.000. Hinzu kam, dass viele Leute ihre Akustikgitarren eintauschen wollten gegen einen Synthesizer. Es gab also Unmengen gebrauchter Gitarren, was dazu führte, dass Martin überhaupt keinen deutschen Vertrieb mehr hatte. Deshalb kamen mein damaliger Geschäftspartner Rüdiger Helbig - heute mit seiner Frau Inhaber des Münchner Folkladens - und ich auf folgende Idee: Wir fahren mal unangekündigt nach Amerika und reden mit den Leuten von Martin. Ich habe eine selbst gebaute Gitarre mitgenommen und sagte: Hallo, wir sind vom Folkladen in München, wir kennen uns aus, hier ist meine Gitarre, wir wollen Martins einkaufen.

Und Chris Martin hat euch mit offenen Armen empfangen?

Chris Martin haben wir nicht angetroffen, aber Dick Boak, ein wichtiger Mann für Martin, der heute dort als Artist Relation Manager arbeitet. Er lud uns zu sich nach Hause ein – eine Kirche, die er sich gekauft hatte. Der Altar war als Bühne umgebaut, im Nebenzimmer haben wir zwei Nächte verbracht; so kam der Kontakt zustande. Zunächst haben wir für den Folkladen immer nur fünf bis zehn Gitarren bestellt, auf die wir sehr stolz waren. 1986/87 kam dann der damalige Martin-Exportmanager zu uns und fragte, ob wir nicht Sigma-Gitarren, die günstige Martin-Linie, importieren wollten. Etwa ein Jahr später kamen dann auch die echten Martins hinzu. Heute sind wir nach Japan und England der drittgrößte Martin-Vertrieb weltweit.

Wie viele Martins habt ihr im ersten Jahr verkauft?

Exakt 57 Stück, das weiß ich noch genau.

Heute sind es wahrscheinlich ein paar mehr, oder?

Ich möchte keine konkrete Zahl nennen, aber der heutige Umsatz bewegt sich natürlich in anderen Größenordnungen. Die Unplugged-Bewegung Anfang der Neunziger mit Eric Clapton hat für Martin das Comeback gebracht. Plötzlich stieg die Nachfrage wieder – und sie steigt bis heute. Inzwischen werden bei Martin jährlich etwa 100.000 Instrumente hergestellt.

Wie oft wird etwa das Clapton-Modell in Deutschland geordert?

Die 000-28 EC schwankt von Jahr zu Jahr, aber es sind zuverlässig zwischen 50 und knapp 100 Stück. Demnächst kommt von Martin übrigens das neue Clapton-Modell 000-28 MEC mit Madagascar-Rosewood, darauf freue ich mich schon.

Wissenswert

Die Martin Guitar Company gehört zu den maßgeblichen Namen im akustischen Gitarrenbau. Nur wenige Hersteller haben so viele legendäre Modelle im Programm wie die 1833 vom deutschen Aussiedler und Stauffer-Schüler Christian Frederick Martin aus Markneukirchen gegründete Firma. In seinen ersten Jahren in New York baute C.F. Martin auf Bestellung zierliche Gitarren mit Nylonsaiten, aber auch Blas- und Streichinstrumente. 1838 verkaufte er sein Musikgeschäft und zog nach Nazareth im US-Bundesstaat Pennsylvania, wo der Familienbetrieb noch heute seinen Sitz hat und von C.F. Martin IV geleitet wird. Vor allem dank Innovationen wie dem X-Bracing für mehr Stabilität (ab 1840), den durchsetzungsstarken Dreadnought-Modellen (ab 1916) oder dem Halsansatz am 14. Bund (ab 1929) konnte sich Martin weltweit profilieren. Anfang der achtziger Jahre ließ mit dem Aufkommen elektronischer Klangerzeuger das Interesse an Martin-Gitarren merklich nach, doch die MTV-Unplugged-Bewegung in den Neunzigern brachte das Comeback. Heute macht die Firma mit Klassikern wie der D-28 oder der 000-28 und mit limitierten Custom-Shop-Modellen bekannter Künstler von sich reden. Im Jahr 2004 hat Martin die Grenze von 1 Million gefertigter Instrumente durchbrochen.

Den kompletten Artikel lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 5-2009.

 
Zu Besuch bei
Gitarrenbauer Stefan Meigel
Stefan Meigel vor seiner Werkstatt
Stefan Meigel vor seiner Werkstatt

Von Andreas Boer (Text und Fotos)

Erst seit zwei Jahren betreibt der oberbayerische Gitarrenbauer Stefan Meigel seine Werkstatt in Benediktbeuern. In dieser kurzen Zeit ist es dem 26-Jährigen gelungen, mit eigenständig klingenden Instrumenten frischen Wind in die Szene zu bringen.

Nur ein paar Schritte entfernt vom berühmten Kloster in Benediktbeuern hat sich der junge Gitarrenbauer, Jahrgang 1983, mit seinen Hölzern und Maschinen eingerichtet – im Bauernhaus seiner Eltern. Die Werkstatt umfasst ein kleines, aber feines Holzlager mit Schmankerln wie geflammter Esche und Eisbirke, eine winzige Kammer zum Lackieren und einen etwas größeren Raum mit der zentralen Werkbank. In dem beengten Refugium entstehen pikobello verarbeitete Steelstrings mit ungewöhnlichen Holzkombinationen und einem gewissen Etwas. Zweimal bereits hatten wir in der AKUSTIK GITARRE das Test-Vergnügen: Die Parlor-Gitarre S2 aus Alpenfichte und Vogelaugenahorn in AG 6-07, die schmale Jumbo SJ aus stark geflammter Eisbirke und Haselfichte in AG 5-08. Beide Male waren die Tester angetan.

Kannst du dich noch an deine erste selbst gebaute Gitarre erinnern?

Stefan Meigel: Und ob! Ich habe aus einer Resopal-Küchenarbeitsplatte meine erste E-Gitarre gebaut. (lacht) Da war ich elf, zwölf Jahre alt. Ich habe es zwar nie geschafft, das Teil bespielbar zu machen, aber es war ein Anfang. Fortan war es mein wichtigstes Ziel, ein funktionierendes Instrument bauen zu können. Noch während meiner Schulzeit habe ich ein Praktikum bei einem Kontrabass- und Celli-Bauer gemacht, was mir weitergeholfen und mich angespornt hat.

Verrätst du uns den Namen?

Horst Grünert in Penzberg, ein ganz hervorragender Mann (Anm. d. Red.: weitere Infos unter www.gruenert.com). Ich habe bis heute Kontakt und beziehe von ihm einen Teil meiner Hölzer. Während meines Praktikums habe ich aber keinen Kontrabass gebaut, sondern eine E-Gitarre. Er hat gesagt: ‚Zeichne einfach zu Hause die Form auf, ich helfe dir beim Bauen.’ Ich konnte mir bei ihm das passende Holz aussuchen und so meine erste funktionierende Gitarre bauen.

Was war der nächste Schritt?

Ein Problem – ich habe damals keine Lehrstelle gefunden. Zwischenzeitlich habe ich, um meine Chancen zu verbessern, eine Schreinerlehre gemacht. Nach dem Schreinerabschluss habe ich den Zivildienst angetreten, parallel Bewerbungen verschickt und Bücher über den Gitarrenbau verschlungen, von Martin Koch bis Tony Bacon. In der Gartenhütte habe ich nebenbei vor mich hin gewurschtelt, mit ganz akzeptablen Ergebnissen. Als aber damals nur Absagen kamen, hatte ich die Hoffnung fast schon aufgegeben.

Aber bei Stevens hats dann doch geklappt …

Die wirklich letzte Bewerbung war dann erfolgreich. Ich war im Internet auf Stevens Guitars gestoßen. Einige Tage später habe ich einen Anruf von Stefan Zirnbauer bekommen: ‚Komm vorbei!’ Und so bin ich doch noch zu meiner Lehre als Zupfinstrumentenmacher gekommen.

Haben dich die beiden Ausbilder bei Stevens Guitars dazu animiert, deinen eigenen Weg zu gehen?

Die Ausbildung dort war hervorragend. Ich habe eine Menge gelernt und kann jedem Interessierten eine Lehre wirklich nur empfehlen. Aber das Experimentieren, das kam aus eigenem Antrieb. Bei Stevens gab es die Standardformen, die immer wieder in Auftrag gegeben werden. Dann hieß es: Okay, diesen Monat brauchen wir sechs OMs, zwei Jumbos und drei Dreadnoughts, auf geht’s! Am Anfang ist es natürlich fast unmöglich, neue Dinge zu entwickeln, weil man keine Erfahrungen hat und unsicher ist. Das ist wahrscheinlich bei jedem Beruf so.

Du warst nicht der große Meisterschüler?

Nein, das war ich nicht. Ich habe genau so viele Fehler gemacht wie alle anderen. Das gehört dazu! (lacht) Die haben mich dort bestimmt nicht als wahnsinnig talentiert angesehen. Erst mit der Zeit sind dann die ersten Ideen gekommen, dieses oder jenes doch anders zu machen und neue Sachen auszuprobieren. Der nächste Schritt hat sich dann automatisch ergeben – das Arbeiten für den Meistertitel. Ich habe also bei Stevens aufgehört und in Mittenwald die Meisterschule besucht. Noch währenddessen habe ich in Benediktbeuern meine eigene Werkstatt eröffnet.

Wer waren deine ersten Kunden?

Abgesehen von Leuten mit Reparaturen habe ich erst mal meine komplette Band dazu verdonnert, meine Gitarren zu nehmen. So nach dem Motto: Wir spielen in einer Band – also spielt ihr Meigel. Meine Mitspieler waren immer auf meiner Seite; ich habe ihnen aber auch einen guten Preis gemacht.

Wie viele Instrumente baust du derzeit?

Es sind etwa zwei Gitarren pro Monat, manchmal auch mehr, überwiegend mit Stahlsaiten. Dazu die Reparaturen, ohne die man als Anfänger nicht überleben kann. Die meisten Kunden lernen mich auf Messen, über meine Website oder über Testberichte in Fachzeitschriften kennen. Den besten Effekt hat aber immer noch die Mundpropaganda. Wenn einer zu seinem Freund sagt: ‚Die Arbeit von dem Meigel passt, schau da mal vorbei’, dann verbreitet sich das relativ schnell.

Gibt es so etwas wie den typischen Meigel-Sound?

Puh, eine schwierige Frage. Ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, da ich mit 26 Jahren noch längst nicht angekommen bin und mich ständig weiterentwickle. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass meine Gitarren sehr fein im Ton sind. Es sind keine Schlachtschiffe, der Klang ist eher diamantartig, er glitzert und funkelt. Ich baue letztendlich Gitarren, um als Gitarrist genau den Ton zu haben, den ich liebe. Ich habe zu diesem Thema ohnehin eine recht seltsame Theorie …

… und die wäre?

Ich bin der Meinung, dass Gitarrenbauer, die selber aktiv spielen, die besseren Instrumente bauen. Ich spiele seit meinem fünften Lebensjahr Gitarre. Sicher, Gitarrenbauer, die selbst nicht ganz so gute Musiker sind, bekommen großartige Instrumente hin. Aber ich finde, das letzte Quäntchen, die entscheidende Nuance, die es perfekt macht, das schaffen eher Luthiers, die selbst aktiv spielen und die wissen, wie es sich anfühlt und anhört.

Den kompletten Artikel lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 5-2009.

 
Messebericht
Musikmesse Frankfurt 2009 - Teil 2
AER Compact 60 II in Vintage-Optik
AER Compact 60 II in Vintage-Optik
Headway EDB-1-Preamp
Headway EDB-1-Preamp
Hercules iStand
Hercules iStand

Von David Rebel

Amps & Zubehör

AER bietet seine Erfolgsmodelle Alpha und Compact 60II jetzt  als Sonderserie im optisch aparten Stil der Röhrenradios der Sechzigerjahre an. Eine tolle Alternative für all jene, denen der Klang der AER-Combos gefällt, aber das Standard-Outfit zu nüchtern erscheint. Das PA-Programm wurde um ein 4/2/2-Mischpult, den 400W-Subwoofer AS360 sowie die ebenfalls aktive 80W-Box AG181 erweitert, Komponenten, aus denen sich eine hochwertige und kompakte Anlage zusammenstellen lässt. Tatsächlich beeindruckten auch die Live-Performances am AER-Stand nicht zuletzt durch ihren guten Sound. www.aer-amps.info

Neben dem in weiser demographischer Voraussicht vorgestellten TU-1000-Boden-Tuner im Riesenformat für Menschen ab 40 (Stichwort: Altersweitsichtigkeit) hat Stimmgerätespezialist Boss sein Programm um neu gestaltete Versionen des bewährten, mit mechanischer Nadelanzeige ausgestatteten TU-12 ergänzt. Der für Saitenspieler optimierte TU-12EX hat nun einen größeren Stimmbereich, Lautsprecher für Stimm- und Referenztonausgabe sowie Flat-Tuning-Presets für tiefe Stimmungen bei nur noch 22 Millimeter flachem Gehäuse (€ 95). Lediglich € 27 kostet der volldigitale TU-80, bei ähnlicher Funktionsvielfalt und zusätzlich versehen mit Kopfhörerverstärker und Metronom. www.bossmusik.de

Jeglicher Aufgabe, die sich einem Vorverstärker für akustische Instrumente stellen kann, will der Headway EDB-1 Vorverstärker zur Platzierung am Boden, Stativ oder Gurt gewachsen sein. Vorwahlschalter für Violine, Gitarre oder Bass, Fünfband-EQ, symmetrierte Klinken- und XLR-Anschlüsse, zwei Eingangskanäle, Notchfilter sowie Stromversorgung via Batterie- oder Phantompower versprechen Hilfe in vielen Lebenslagen. www.headwaymusicaudio.com

Klein, kompakt und modern designt ist er ja, der NAMM-Award-gekürte  iStand für etwa € 40 von Hercules: ein Gitarrenstativ, das in vielerlei Gitarrentransportbehältnissen Platz finden kann. Nur dieser Name! Demnächst werden wir im Kaufhaus iErschneidern begegnen, iChenwohnwänden im Möbelhaus und iSbechern in der Sie-wissen-schon-Diele. www.herculesstands.com

Mit dem PU-10 und dem PU-20 hat Ibanez gleich zwei praktische Klemmtuner zum Preis von je € 32,90 im Programm. Der PU-10 bietet größtmögliche Variabilität der Displayposition, der PU-20 punktet mit größerem, hintergrundbeleuchtetem LCD-Display. Mehr als nur die Gitarre in Stimmung bringen möchte der RU-10 Jam Tuner. Neben der Stimmfunktion bietet er unter anderem ein Metronom mit Achtel-, Sechzehntel- und Triolenfunktion sowie zwanzig Rhythmuspatterns, die dem Gitarristen Übe-Sessions versüßen sollen. In drei Leistungs- und Größenklassen zu Preisen von € 109 (Modell T10, 10 Watt RMS, 6.5“-Lautsprecher), € 209 (T20, 8“-Coaxial-Lautsprecher, 20W) und € 268 (T35, 10“-Coax, 35W) kommen die neuen Akustikgitarrenverstärker der Troubadour-Reihe. Alle bieten einen integrierten Chorus-Effekt sowie Line-Eingang; während das kleinste Modell nur mit dem Nötigsten ausgestattet ist, punktet der T35 mit erwachsenen Features wie zwei separaten Eingängen (inklusive XLR-Mikrofon-Anschluss), parametrischer Mittenreglung und Halleffekt. Ein ausklappbarer Bügel ermöglicht die gekippte Aufstellung der hübsch designten Verstärker im reisefreundlichen Herrenhandtäschchen-Format. www.ibanez.com

K & M, einer der wenigen weltweit agierenden großen Hersteller von Musikzubehör, die mit ausschließlich hiesiger Fertigung die einheimische Wirtschaft stützen, zeigte mit einem neuen Mikrofonarm zur Tischbefestigung ein hilfreiches Tool insbesondere für Heimaufnehmer, die so ihr Mikrofon ohne Einsatz sperriger Stative am Recording-Arbeitsplatz stets optimal positionieren können (€ 173,90). Ebenfalls praktisch: eine neue, schrägversetzte Variante des bereits im vergangenen Jahr vorgestellten Sicherheits-Wandhalters für Gitarren. Die neue Version zum Preis von € 26,30 spart beim Aufhängen mehrerer Instrumente Platz an der Wand. www.k-m.de

Bereits auf der Namm-Show vorgestellt wurden die Clip-Tuner AW2 (auch geeignet für Blasinstrumente) und AW2G von Korg. Cliptuner waren – nach Ukulelen – dieses Jahr der zweite große Trend. Verwunderlich eigentlich, dass es nach der Einführung des Clip-Tuners von Intellitouch mehrere Jahre gedauert hat, bis alle großen Hersteller die Nützlichkeit dieses kleinen Helfers erkannten. www.korg.de

Der im vergangenen Jahr erfolgreich eingeführte Acoustic Reference Akustikgitarrenverstärker von L.R. Baggs wird ab sofort in überarbeiteter Version mit neuem Lautsprechertreiber und verbesserter Elektronik ausgeliefert (angedachter Preis € 1.789). Nur als Prototyp gezeigt und voraussichtlich ab Sommer erhältlich ist die Venue Full Isolation D.I., ein Problemlöser im sehr schicken Bodeneffektformat für alle Vorverstärkungs-Lebenslagen mit Signalsymmetrierung (D.I.-Box-Funktion), fünfbändigem Equalizer mit semiparametrischer Mittenreglung, Notchfilter, Effektweg, Stimm- und Stummschalter sowie Boost-Schalter (€ 487). www.lrbaggs.com; www.musikundtechnik.de

Auch Planet Waves zeigte in Frankfurt ein mittels Piezo-Sensor schwingungssensibles Stimmgerät zum Anklemmen ans Instrument. Der CT-10 ist von A435 bis A445 kalibrierbar und kostet inklusive Batterien € 43,95. Ebenfalls neu sind der sehr kompakte Universal II Chromatic Tuner für € 21,95 und der gleichermaßen handliche Metronome Tuner für € 43,48. Beide kommen mit Kondensatormikro und Instrumentenbuchse und sind kalibrierbar. Das Gurtprogramm wurde um viele neue Designs erweitert, darunter die Woodstock-Strap-Collection, deren Love-Peace-and-Happiness-Designs auch die Plektren der Woodstock-Pick-Collection schmücken. Mit den Black Ice Picks verspricht Planet Waves Plektren, die ob ihrer „typischen Jazz-Form“ und der mit lichtem Strukturbelag versehenen, glatten Oberfläche guten Halt und ausgewogenen Klang bieten sollen. www.planetwaves.com

Auch bei Rotosound hat man die Beliebtheit beschichteter Saiten erkannt und bietet mit den Nexus-Strings, preislich etwas unterhalb den Produkten des Longlife-Saiten-Pioniers Elixir angesetzt, nun eine eigene Variante des Themas an. Auch die nicht umwickelten Drähte haben eine besondere Plattierung erfahren und sollen in der Haltbarkeit ihren umsponnenen Mitstreitern entsprechen. www.rotosound.com

Der Bluestick-Dual, ein kombiniertes Abnehmersystem aus elektrostatischem Bluestick- und magnetischem Tonabnehmer des Schweizer Herstellers Schertler ist ab sofort in verbesserter Version mit höherem Output bei besserem Rauschabstand im Handel (€ 394). Neu im Programm bei Schertler sind auch Nachrüstmechaniken (ab € 94), die ursprünglich für die Pagelli-Schertler-Steelstring entwickelt wurden und besonders präzise und reibungsarm arbeiten sollen. www.schertler.com

Bereits in Peter Burschs Signature-Martin im Einsatz und nun auch ohne Gitarre erhältlich ist der Nanoflex6-Pickup von Shadow. Sechs einzelne Tonabnehmer im Steg korrespondieren mit sechs Lautstärkereglern im mitgelieferten, mit Dreiweg-EQ und Tuner ausgestatteten Vorverstärker und gewährleisten die optimale Lautstärkebalance aller Saiten zueinander. Der erfolgreiche Magnettonabnehmer Nanomag4 ist nun auch in Ausführungen für F- und O-Style-Mandolinen erhältlich (jeweils € 349). Unauffällig dank Schalllochmontage ist der autochromatisch agierende Sonic-Tuner für € 39,90. – Die perfekte Beherrschung von Flamenco-Spieltechniken erfordert jahrhundertelange Übung, Gerüchten zufolge täglich mindestens 28 Stunden. Hierbei hilft zu nachtschlafender Zeit, wenn Hochgeschwindigkeits-Etüden nicht von jedem Zuhörer goutiert werden, der Reinaldo-Rivera-Fingertrainer, ein mit stimmbaren Nylonsaiten bespanntes Griffbrett mit ausklappbarem Klopfbrettchen. – Eindrucksvoll war die Demonstration eines sechskanaligen Preamps (Prototyp) mit Einzelausgang für jede Saite, wodurch mittels sechs angeschlossener Endstufen und Lautsprecher erstaunliche Raumklänge erzeugt wurden. Will man damit allerdings eigene Konzerte beschallen, sollte man den passenden Kleintransporter gleich mitbestellen. www.shadow-electronics.com

Messeticker Zubehör

+++ Beim tschechischen Hersteller von Resonator-Gitarren Amistar wurden erstmals auch Slides aus Glockenbronze für besonders satten Ton präsentiert. www.amistar.cz; www.i-musicnetwork.com

+++ Einen besonders kleinen und leichten Zargen-Preamp hat B-Band mit dem T35 im Programm, der trotz geringer Maße mit Dreiband-EQ und integriertem Stimmgerät punktet. Überarbeitet und neu aufgelegt wurde der zweikanalige A2-Stereo-Preamp, der jetzt mehr Output als sein Vorgänger bietet. www.b-band.com

+++ Carlos Juan präsentierte seinen neuen Vorverstärker zur Endpin-Montage CP-1, der unter anderem auch bei Breedlove zum Einsatz kommt und mittels eines Mitten- und eines Gain-Reglers die Klangjustage des Preamps auf den verwendeten Tonabnehmer ermöglicht. www.carlosjuan.eu

+++ Außerordentliche Reißfestigkeit sollen Ernie Balls Coated Phosphor Bronze Strings bieten, beschichtete Saiten für Akustikgitarre mit einer Titanium-Umspannung am Ball-End (€ 27,90). www.ernieball.com

+++ Spezielle Saiten zur Verwendung auf Maccaferri- und Selmer-Style-Gitarren sind ab sofort unter dem Gitane-Label erhältlich. Besondere Kennzeichen dieser Saiten sollen hohe Stabilität und schnelle Ansprache sein. www.pro-arte-acoustics.de

+++ Als Update des Clip-Tuners CL-1 ist nun der CL-2 von Pro Arte erhältlich, zum Preis von € 15,90. www.pro-arte-acoustics.de

+++ Der HFN-Artist-Onboard-Vorverstärker von SchattenDesign ist ab sofort auch mit Phantompower zu betreiben und gegen Aufpreis in „Artist Plus“-Versionen mit einem oder zwei Volumenreglern zur Schalllochbefestigung erhältlich. www.schattendesign.eu

+++ Bereits 2008 erschienen die ersten Lektionen des rundum neu produzierten Videofernkurses für Akustikgitarre der New Music Academy, nun wurde die Fertigstellung des dritten Levels vermeldet. Für Leser unseres Magazins mag der Umstand interessant sein, dass die hochwertig produzierten Videolektionen von Thomas Rothenberger sowie unserem geschätzten Chefredakteur Andreas Schulz geboten werden.  www.newmusicacademy.de

+++ Das Zubehörprogramm des Spezialisten für Nylonsaiteninstrumente mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis Ortega wurde komplett überarbeitet und beinhaltet neben Gurten aus Leder oder Nylon jetzt auch hübsche Plektren in Pearl- und Tortoise-Optik, das in Deutschland hergestellte, alkoholfreie Gitarrenpflegemittel Guitar Cleaner (€ 7,95) sowie den Stage-Hocker in zwei verschiedenen Höhen (ab € 89). www.ortegaguitars.com

 
Messebericht
Musikmesse Frankfurt 2009

Von Andreas Schulz

„Crisis? What crisis?“ So fragten einst Supertramp. Und angesichts der durchweg guten Stimmung während der Musikmesse könnte man glatt annehmen, dass die Musikinstrumentenbranche von der allerorten zu spürenden Wirtschafts- und Finanzkrise kaum berührt ist.

Nach Aussage von Musikalienhändlern und Vertrieben gönnen sich die Menschen – wenn denn schon alles andere den Bach runtergeht – wenigstens schöne Gitarren. Führt die weltweite Krise (man mag das K-Wort schon nicht mehr hören, so omnipräsent ist es dieser Tage) zum Rückzug ins Private? Ist neben Sofakuscheln als ganz persönliche Gegenbewegung zur vorläufig gescheiterten Globalisierung Musizieren, Saitenzupfen, Song-Schreiben angesagt? Dagegen wäre nichts einzuwenden, denn musikalisch motiviertes Cocooning hinterlässt sicher weniger Kollateralschäden als hemmungsloser Kapitalismus angloamerikanischer Prägung oder absurde Renditeversprechen im gehobenen zweistelligen Bereich.

Sollte mit Verzögerung die Kri.. – nein, nennen wir den gegenwärtigen Zustand lieber „jene vorübergehende und kurzfristig besorgniserregende Phase negativen Wachstums, die dem präferierten Wirtschafts-, Finanz- und Gesellschaftssystem der westlichen Industrienationen einen kleinen Makel zugefügt hat.“ Makel? Narbe? Oder gar ein grundlegendes Handicap? Wer versucht, den Grad der Behinderung des Patienten namens Kapitalismus zu beziffern, hat sich ein schwieriges Projekt vorgenommen. Egal. Sollte also die Krise mit Verzögerung doch noch die Musikinstrumentenbranche erreichen, kann man immer noch über die Abwrackprämie für gebrauchte alte Instrumente – in unserem Fall natürlich Gitarren – nachdenken. Die Herren Steinbrück, zu Guttenberg und Co. würden mit dem Geld der Steuerzahler dem Vintage-Markt ungeahnte Impulse geben. Wichtig wäre dann ein Passus in der RFAAS (Richtlinie zur Förderung des Absatzes von akustischen Saiteninstrumenten), der besagt, dass man zur Verschrottung des alten Schätzchens nicht verpflichtet ist. Sonst könnte es ja passieren, dass die von der letzten Bonuszahlung teuer erworbene Gibson-Steelstring aus den Dreißigerjahren in der Kristallglasvitrine des Investmentbankers zwangsweise zu Holzpellets verarbeitet wird. Die dann wiederum in der ökologisch korrekten Heizanlage des fünften Ferienschlösschens eines in den vergoldeten Zwangsruhestand geschickten Bankenvorstands in CO2 gewandelt werden.

Werden wir wieder ernst. Ein interessanter Aspekt ist spürbar: Für amerikanische Hersteller wird Europa als Absatzmarkt attraktiver, da ihnen in der Heimat die Kundenbasis wegbricht und die Europäer noch etwas Geld für den privaten Konsum übrig haben. Zum Abschluss dieser kleinen Gedankenreise anlässlich unseres Messeberichtes seien noch die Trends erwähnt, die unserer unermüdlicher Messe-Scout David Rebel ausfindig gemacht hat: Clip-Tuner, Electroacoustics ohne Cutaway (endlich!) und … Ukulelen.

Den kompletten Messebericht lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 3-09, der 2. Teil wird in AG 4-2009 veröffentlicht.

 
Tournee-Tagebuch
Unterwegs mit Schiller - Teil 1
Mickey Meinert beim Soundcheck
Mickey Meinert beim Soundcheck

Von Mickey Meinert

Der deutsche Gitarrist Mickey Meinert ist ein vielbeschäftigter Sideman. Eines der erfolgreichsten Projekte, an denen er beteiligt ist, ist Schiller. Exklusiv für AKUSTIK GITARRE berichtet er über die Schiller-Tour 2008.

Das Musikprojekt Schiller existiert seit 1998, Mastermind ist Christopher von Deylen. Spätestens mit dem zweiten Album ‚Weltreise‘ betrat Schiller die große Pop-Bühne und platzierte sich im Jahr 2001 als Nr. 1 der deutschen Album-Charts. Es folgten weitere Goldalben und Live-DVDs, gekrönt vom 2008er Platinalbum ‚Sehnsucht‘. Durch die Live-Umsetzung mit kompletter Band des ursprünglich eher elektronisch konzipierten Sounds ist Schiller facettenreicher geworden, rockiger, lebendiger – eben live. Auf den seit 2004 regelmäßig stattfindenden Tourneen hat sich das Projekt in vielen ausverkauften Konzerten eine große Fangemeinde erspielt.

Schiller Live

Seit September 2001 gibt es Schiller live. Mit dem Erfolg des ‚Weltreise‘-Albums und der Single ‚Dream Of You‘ entstand der Wunsch, dieses Projekt auf der Bühne zu präsentieren. Gelegenheit dazu bot sich durch die Live-Musik-Reihe ‚Music Planet 2Night‘ des Senders Arte. Es war Christoph Papendiecks Aufgabe, einen Teil der Band zusammenzustellen. Wir beide stammen aus der Region um Detmold in Ostwestfalen und kennen uns seit den Achtzigern. Gemeinsam spielten wir bereits bei Juliane Werding und Albano Carrisi. Zu jener Zeit war Christoph gerade Musical Director bei Jean-Michel Jarre, dessen Drummer Gary Wallis er mitbrachte. Der wiederum ist der ehemalige Schlagzeuger und Musical Director von Pink Floyd.

Schiller selbst, damals noch als Duo, besetzte den hauseigenen Bassisten, die Hamburger Bass-Legende Tissy Thiers. Unser erstes gemeinsames Treffen zwecks Aufbau und Soundcheck für die Proben fand statt im September 2001; unsere erste Show spielten wir am 19. September 2001 im Hamburger Gum-Club, aufgezeichnet und später europaweit ausgestrahlt von Arte. Aus diesem Event resultiert eine erfolgreiche und intensive Musikfamiliengeschichte mit Auftritten in Dubai, Albanien, der Ukraine und Griechenland.
Das Spannende an der Live-Umsetzung von Schiller ist die Tatsache, dass es sich ursprünglich um ein klassisches Elektronikprojekt handelt. Die ersten Probetage bleiben für mich unvergesslich. Man steht dort mit einer Gitarre in der Hand, beantwortet intuitiv die Frage: „Welche nehme ich denn jetzt?“, man erfindet etwas Neues, fügt es einem bereits fertig produziertem Titel hinzu, ohne zu wissen, was die Protagonisten und allen voran Mastermind von Deylen davon halten. Das sind immer wieder aufregend kreative und herausfordernde Momente mit überraschenden Ergebnissen.

Das Sehnsucht-Jahr 2008

Nachdem ich im September 2007 bereits einige Titel im Schiller-Studio in Berlin einspielen konnte, begann im Februar 2008 das eigentliche ‚Sehnsucht‘-Jahr mit der erfolgreichen Veröffentlichung des gleichnamigen Albums, das gleich auf Platz 1 der Charts landete und vier Wochen später Goldstatus erreichte. Von da an drehte sich bereits alles um die folgende Tour: Absprachen zu den Titeln, Instrumenten, Sounds und Logistik, einhergehend mit der persönlichen Vorbereitung.

Unser Jahresfahrplan 2008 las sich so:

30.04.-11.05. Band-Proben in Werne bei Hamm in einer Rehearsal-Halle
12.04.-13.05. Die Produktionsproben
14.05.-02.06. ‚Sehnsucht‘ Frühjahrs-Tour in Deutschland mit 15 Shows
Sommer 2008: 13 Shows, teilweise Open-Air
07.11.-08.11.: 2 Auftritte in Griechenland
10.11.2009: letzte Show des Jahres in Essen
14.11.2009: Kinopremiere der ‚Sehnsucht‘-Live-DVD in Berlin mit anschließender Platin-Verleihung für das Studioalbum

Die Proben

Die persönliche Vorbereitung auf die Tour beinhaltet nicht nur das Erlernen der Songs, sondern, für mich als Gitarrist, auch das angedachte oder mögliche Instrumentarium. Da einige der neuen Titel im Original ohne Gitarre waren, ließ die Phantasie viel Spielraum bei Sounds und Instrumenten. Also alle in Frage kommenden Instrumente auf Vordermann gebracht, und die Peripherie so weit wie möglich konzipiert, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.

Den kompletten Artikel lesen Sie auf den Seiten 80 bis 82 der AKUSTIK GITARRE 3-2009.

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